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03.08.2012

11:53 Uhr

Technologiekonzern

Siemens plant milliardenschweren Aktienrückkauf

Der Siemens-Vorstand hat einen milliardenschweren Aktienrückkauf beschlossen. Für drei Milliarden Euro will der Technologiekonzern eigene Papiere einziehen. Unternehmen greifen immer wieder zu diesem Kunstgriff.

Ein Siemens-Mitarbeiter montiert Gasturbinen. dpa

Ein Siemens-Mitarbeiter montiert Gasturbinen.

Während andere Konzerne derzeit wegen der wirtschaftlichen Lage ihr Geld eher zusammenhalten, kündigt der Technologiekonzern Siemens den Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu drei Milliarden Euro an. Das ungewöhnliche an der Aktion: Der Rückkauf solle über langfristige Schulden finanziert werden, wie das Unternehmen am Donnerstag überraschend in München mitteilte.

Die Kapitalstruktur solle „vor dem Hintergrund günstiger Kapitalmarktbedingungen optimiert“ werden. Siemens will 33 Millionen eigene Aktien einziehen. Das Grundkapital wird dadurch von rund 914 Millionen auf 881 Millionen Aktien herabgesetzt. Der Rückkauf soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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Der Rest ist für die Ausgabe an Mitarbeiter, Organmitglieder von verbundenen Unternehmen und Mitglieder des Vorstands sowie der Bedienung von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen vorgesehen. Basierend auf dem Schlusskurs im Xetra-Handel würden für diese Zwecke noch knapp 11 Millionen Aktien übrig bleiben.

Zwischenbilanz der Ära Löscher

Siemens 2007 und 2011 in Zahlen

Was hat Peter Löscher als Siemens-Vorstandschef bisher erreicht? Die wichtigsten Zahlen aus den Geschäftsberichten 2007 und 2011 im Vergleich.

Umsatz

Umsatz des gesamten Konzerns 2007: 72,5 Milliarden Euro

2011: 73,5 Milliarden Euro

Umsatz in Asien

Erlöse in Asien 2007: 10,9 Milliarden Euro

2011: 14,4 Milliarden Euro

Gewinn nach Steuern:

2007: 4,0 Milliarden Euro

2011: 6,3 Milliarden Euro

Dividende

Dividende je Aktie 2007: 1,60 Euro

2011: 3,00 Euro

Aktienkurs

Aktienkurs 2007 (Jahresdurchschnitt): 96,42 Euro

2011: 68,12 Euro

Börsenwert

Unternehmenswert an der Börse 2007: 88 Milliarden Euro

2011: 59,5 Milliarden Euro

Mitarbeiterzahl

Mitarbeiter im Siemenskonzern insgesamt 2007: 471.000

2011: 402.000

Hauptaktionäre

Hauptaktionäre 2011: Die Familie von Siemens hält sechs Prozent, der US-Vermögensverwalter Blackrock fünf Prozent.

Sorgen macht sich der Finanzvorstand Joe Kaeser wegen der Schulden nicht. „Die Kombination der günstigen Marktbedingungen bei Schuldverschreibungen mit der aktuellen Bewertung der Siemens-Aktien bietet eine sehr gute Möglichkeit, langfristig Wert zu generieren.“

Das Unternehmen nutzte nach eigenen Angaben die Gelegenheit des Zinstiefes und des verhältnismäßig niedrigen Aktienkurses. Ziel sei es, die Siemens-Aktie attraktiver zu machen, sagte ein Sprecher. Da der Rückkauf durch Kredite finanziert werde, bleibe das Unternehmen flexibel für mögliche Übernahmen.

Die "Kurspflege" ist ein Grund, warum Unternehmen Aktien zurückkaufen. Dadurch können die Konzerne auch elegant überschüssiges Kapital loswerden. Manche Experten sehen das aber skeptisch. Aktienrückkaufprogramme zeigten demnach, dass es der Unternehmensleitung nicht gelungen ist, attraktivere interne Investitionsmöglichkeiten zu finden.

So wollte nach der geplatzten Fusion mit der New York Stock Exchange (Nyse) Anfang des Jahres Börsen-Chef Reto Francioni seine Aktionäre mit einem Geldregen bei der Stange halten. Der Schweizer kündigte eine Sonderdividende und ein Aktienrückkaufprogramm an.

Der Markt feiert heute aber die Ankündigung von Siemens. Die Papiere des Münchener Konzerns schoben sich am Freitag an die Dax-Spitze. Die Aktien verteuerten sich gegenüber ihrem Schlusskurs von 68,34 Euro im frühen Geschäft von Lang & Schwarz um 1,7 Prozent. „Das ist auf jeden Mal eine Hausnummer und sorgt für Bewegung nach oben“, sagte ein Händler.

Siemens hatte in der vergangenen Woche die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres vorgelegt und dabei erklärt, dass es schwierig werde, die Gewinnprognose zu erreichen. Diese hatte der Konzern drei Monate zuvor von 6 Milliarden auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro reduziert.

Kommentare (14)

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lichtderaufrechten

03.08.2012, 08:14 Uhr

Und wieder Schulden für die Spekulation.
Der Vorstand des Siemenskonzerns ist zu dumm
für die Investitionen in die Realwirtschaft.
Degenerierte Vorstände, Juristen und BWL, eben
der heutige Müll!

Harlemjump

03.08.2012, 08:43 Uhr

Ich vermute ehr, dass Herr Löscher erkannt hat, dass die €-Krise zu Inflation und Geld-Entwertung führen wird und so zu selten günstigen Bedingungen Anteilsscheine zurückgekauft werden können.

Sehr klever und weitsichtig!

Account gelöscht!

03.08.2012, 08:45 Uhr

Schuldenfinanzierten Aktienrückkauf? Bereits jetzt Fremdfinanzierungsanteil von fast 70%.
Haben die einen Knall?

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