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07.07.2014

20:14 Uhr

Teil der Gesundheitssparte

Siemens erwägt Verkauf von Krankenhaus-IT

Die Gesundheitssparte war 2013 der profitabelste Teilbereich von Siemens – und dennoch könnte sie ausgedünnt werden. Kreisen zufolge erwägt der Konzern einen Verkauf der Krankenhaus-IT.

Will Siemens-Chef Joe Kaeser die Gesundheitssparte umbauen, wei einige Analysten vermuten? AFP

Will Siemens-Chef Joe Kaeser die Gesundheitssparte umbauen, wei einige Analysten vermuten?

Siemens erwägt informierten Kreisen zufolge den Verkauf ihrer Sparte für Datenbanken und Informationstechnologie in Krankenhäusern. Der Konzern legt seinen Schwerpunkt auf das Energie- und Industriegeschäft.

Siemens prüfe die Optionen für den Geschäftsbereich Krankenhaus IT, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen gegenüber Bloomberg News. Eine endgültige Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen.

Der Bereich, der unter anderem klinische Informationssysteme und Lösungen für das Archiv- und Dokumentenmanagement in Krankenhäusern anbietet, könnte nach Aussage einer der beiden Personen mit mehr als 1 Milliarde Euro bewertet werden.

Ein Sprecher des Münchener Konzerns lehnte eine Stellungnahme zu der Sparte ab, deren Systeme beim Management der Patientenversorgung helfen.

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser bereitet den Börsengang des Hörgeräte-Geschäfts vor, während die Gesundheitssparte intern eigenständig wird, um operativ unabhängiger zu agieren. Damit soll der Bereich nach Darstellung Kaesers in die Lage versetzt werden, mit größerer Flexibilität auf die Marktnachfrage zu reagieren. Ein Vorbote für eine Veräußerung sei dies nicht.

Kaeser setzt den Fokus bei Siemens auf „Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung“. Einige Analysten vertreten die Ansicht, diese Definition lasse wenig Raum für die Gesundheitssparte – die 2013 der profitabelste der vier Geschäftsbereiche von Siemens war.

Dem hochprofitablen Medizintechnikgeschäft, zu dem die Krankenhaus-IT-Sparte gehört, stellte Kaeser bei der Vorstellung seines Strategieplans Anfang Mai hingegen eine ungewisse Prognose. Die Medizin entferne sich von der traditionellen Gerätemedizin, wo Siemens mit seinen Computertomographen und ähnlichen Diagnoseapparaten stark sei, betonte Kaeser. Daher werde das Feld künftig eigenständig geführt, wenn auch vorerst nicht in eine eigene Rechtsform ausgegliedert. Sollte die Sparte eines Tages teure Akquisitionen im Bereich der neuen Medizinfelder brauchen, sollte sich auch der Kapitalmarkt an den Kosten beteiligen, sagte Kaeser damals. Eine Mehrheit wolle Siemens behalten, die Medizintechnik bleibe Kerngeschäft, sagte Kaeser.

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