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31.01.2005

17:25 Uhr

Teile der Produktion werden gestoppt

Auch Daimler gehen Pumpen aus

Nach BMW muss nun offenbar auch Daimler-Chrysler die Produktion von Diesel-Pkw wegen fehlerhafter Einspritzpumpen von Bosch stoppen - dies sagt zumindest der Betriebsrat in Stuttgart.

Diesel-Einspritzpumpen von Bosch. Foto: dpa

Diesel-Einspritzpumpen von Bosch. Foto: dpa

HB STUTTGART. Am Rosenmontag und Faschingsdienstag werde im Werk Sindelfingen nicht gearbeitet, bis zum 18. Februar werde nur in einer Schicht produziert, sagte eine Betriebsratsprecherin am Montag auf Nachfrage von Dow Jones Newswires. Ursache sind fehlerhafte Einspritzpumpen der Robert Bosch GmbH. Bei Daimler-Chrysler sind die S-, E- und C-Klasse betroffen.

Auch in unternehmensnahen Kreisen hieß es, dass es im Motorenwerk Untertürkheim zu einer Produktionsunterbrechung wegen fehlerhafter Dieseleinspritzpumpen kommen könne. „Das Problem der Pumpen ist noch völlig ungelöst“, sagte eine dem Automobilkonzern nahestehende Person am Montag zu Dow Jones Newswires.

Ob es auch im Werk Bremen zu einer Produktionsunterbrechung kommt, ist der Sprecherin zufolge noch nicht klar. Dort werden ebenfalls Dieselversionen der C-Klasse produziert. Daimler-Chrysler wollte sich zum Produktionsstopp nicht äußern, sondern betonte, man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung. Zudem produziere man derzeit verstärkt Benzinermodelle. In Kreisen hieß es jedoch, eine Umschichtung der Belegschaft von der Produktionslinie für Dieselmotoren zu Benzinmotoren sei nur eingeschränkt möglich.

Der Automobilzulieferer Bosch hat inzwischen Fehler bei den von ihm gelieferten Dieseleinspritzpumpen eingestanden. Dem Vernehmen löst sich die Teflonbeschichtung eines Teils. Bosch hofft auf eine schnelle Lösung der Probleme bei der Fertigung. "Wir sind bei der Fehlersuche schon sehr weit gekommen und zuversichtlich, das Problem in den nächsten Tagen zu lösen", sagte eine Konzern-Sprecherin am Montag. Zurzeit arbeiten Teams bestehend aus Bosch-Experten sowie Fachkräften der Automobilhersteller und des Zulieferers Glyco, von dem das fehlerbehaftete Teil stammt, intensiv an der Ursachenforschung.

Mehrere tausend BMW-Kunden werden unterdessen wegen fehlerhafter Dieseleinspritzpumpen des Zulieferers Bosch noch eine Zeit lang auf ihre Neuwagen warten müssen. Bei BMW müssen wegen der Probleme mit den Einspritzpumpen an Fasching im Werk Dingolfing die Bänder drei Tage länger still stehen als geplant.

Volkswagen verzeichnet keine Produktionsausfälle aufgrund der fehlerhaften Dieseleinspritzpumpen. Dies sagte ein Unternehmenssprecher am Montag auf Anfrage. Betroffen seien Drei-Liter-TDI-Motoren, die VW in die Modelle Phaeton und Touareg einbaue. Von diesen Motorvarianten liefere VW aber keine „gigantischen“ Stückzahlen aus.

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