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16.01.2011

13:14 Uhr

Telekom und BASF

Dax-Chefs fürchten übertriebene Lohnerhöhungen

Die Konjunktur brummt, die Gewinne sprudeln - da kommen schnell Forderungen nach steigenden Löhnen hoch. Die Vorstandschefs deutscher Großkonzerne haben nun vor zu üppigen Wünschen gewarnt. Vorsicht sei das Gebot der Stunde.

Telekom-Chef René Obermann warnt vor zu hohen Lohnforderungen. Quelle: DAPD

Telekom-Chef René Obermann warnt vor zu hohen Lohnforderungen.

HB BERLIN. Vorstandschefs deutscher Konzerne haben die Tarifpartner trotz boomender Konjunktur vor überzogenen Lohnabschlüssen in diesem Jahr gewarnt. "Der große Schluck aus der Pulle ist mit Vorsicht zu genießen", sagte der Chef des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, der "Welt am Sonntag" ("WamS") mit Blick auf die Sicherung der Arbeitsplätze. Telekom-Boss René Obermann sagte der "Bild am Sonntag" ("BamS") an die Adresse der Gewerkschaften gerichtet: "Man sollte weiterhin mit Augenmaß vorgehen, damit wir auch in zehn Jahren noch gut dastehen."

Hambrecht zufolge haben viele Beschäftigte aufgrund erfolgsabhängiger Prämien in ihren Unternehmen in diesem Jahr bereits mehr in der Tasche. Diese Zuschläge würden je nach Branche zwischen 20 und 50 Prozent höher als 2010 ausfallen. Auch tarifliche Lohnerhöhungen seien gerechtfertigt. "Wir müssen die Arbeitnehmer selbstverständlich im Rahmen der Möglichkeiten am Aufschwung beteiligen", sagte Deutsche-Post-Vorstandschef Frank Appel der "WamS". "Dabei dürfen wir nicht auf dem Auge verlieren, dass wir mit dem Aufschwung 2010 gerade einmal den Einbruch von 2009 wettgemacht haben."

Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, geht sogar von deutlichen Steigerungen bei den Löhnen aus. "Lassen Sie die Drei vor dem Komma stehen, um den Spielraum abzustecken", sagte Hüther dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag). Da die Inflation moderat sei, werde "mit Sicherheit" auch unterm Strich bei den Arbeitnehmern etwas ankommen.

Als Problem sehen die Unternehmen weiterhin die Suche nach geeignetem Personal. Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt führt nach Brancheneinschätzungen nicht nur bei Fachkräften, sondern nun sogar bei Hilfsarbeitern zu Engpässen. Im Produzierenden Gewerbe seien derzeit rund 40 000 Stellen für Geringqualifizierte unbesetzt, berichtet die "Bild"-Zeitung (Samstag) unter Berufung auf den Bundesverband Zeitarbeit (BZA). Im Autobau seien Hilfsarbeiter für die Produktion und Lagerei inzwischen so knapp, dass nicht alle Stellen sofort und in vollem Umfang besetzt werden könnten.

BZA-Chef Volker Enkerts sagte der Zeitung, dass die Lage am Arbeitsmarkt in diesem Segment in einigen Regionen auch Folgen für die Lohngestaltung habe: "Zum Teil werden ein bis zwei Euro Stundenlohn mehr bezahlt als tariflich vorgeschrieben."

Für etwas Entspannung könnte dabei laut einer Umfrage der IW Consult im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der "Wirtschaftswoche" die Öffnung des Arbeitsmarktes für osteuropäische Arbeitskräfte zum 1. Mai sorgen. Fast 70 Prozent der dabei befragten Ökonomen glauben, dass dies die Rekrutierung für die Unternehmen erleichtern wird. Die Hälfte der Wissenschaftler rechnet damit, dass überwiegend Geringqualifizierte einwandern. 30 Prozent der Experten erwarten eine verstärkte Zuwanderung von Fachkräften mit einer Berufsausbildung und 19 Prozent gehen von einem hohen Zuzug von Akademikern aus.

Kommentare (4)

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Die spinnen doch

16.01.2011, 15:37 Uhr

Soso,
selber sich jedes Jahr üppige Lohn und Gehaltserhöhungen im zweistelligen Prozentsatz gönnen und nun wieder bei den normalen Arbeitern und Angestellten nix rausrücken wollen.
Dann aber wieder der Ruf nach Facharbeitermangel.
Zahlt den Leuten einen anständigen Lohn, dann gibts auch kein Facharbeitermangel.

Jagt doch die Obermanns, Hundts und Konsorten endlich in die Wüste. Die sind eine Gefahr für unsere Gesellschaft.

no.7

16.01.2011, 23:42 Uhr

Hüther: "Die inflation ist moderat, es wird garantiert was hängenbleiben !"
Eine dreiste Augenwischerei. der betreibt doch die reinste Klientelpropaganda. Oder er hat noch nicht verstanden, daß die kommende Preiserhöhungswelle alles andere als "moderat" sein wird, wo die Megaverschuldung weltweit durch inflation entwertet werden wird. Mit 3% soll etwas hängenbleiben ?? völlig lächerlich, von der erhöhung kommt im Portemonnaie -mit glück- 50 euro monatlich an. und diese 50 werden garantiert schon von der Energiepreiserhöhung komplett aufgefressen . wir werden aber gerade in deutschland einen inflationsschub haben, der importiert ist. Dazu kommt z.b. versicherungen plus ca. 10%, Mieten plus 10%, Flugreisen plus 5%, und das ist noch nicht alles. Es wird so ziemlich alles teurer werden, mit ausnahme vielleicht das telefonieren. Und der behauptet allen ernstes, es bleibt was übrig.

Mariana Mayer

17.01.2011, 00:40 Uhr

Mariana Mayer, Dipl. inf, fh , 3 abgeschlossene berufsausbildungen, arbeitslos, seit 6 Jahren.
0 Euro Einkommen.

Frauen mit Kindern wurden zielgerichtet aus beschäftigungsverhältnissen getrieben. Dies war durch die Leiharbeit möglich.

Mobbingtreiber sitzen in hochbezahlten Positionen um anderer Leute berufsleben zu zerstören und auszubeuten.

Gewalt wird belohnt in Deutschland. Menschen werden nicht eingestellt.
Wo denn? Über 10 Millionen Arbeitslose in Deutschland.

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