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01.07.2012

09:43 Uhr

Terium übernimmt Chefsessel

Der vermeintliche Abschied vom „Dinosaurier“ RWE

VonJürgen Flauger

Es ist der endgültige Abschied von der Kernenergie: Heute übernimmt der Niederländer Peter Terium den Vorstandsvorsitz von RWE. In der Energiewende sieht er Chancen und will mit Stadtwerken Solarparks bauen.

Peter Terium: Vor seinem Amtsantritt schuf er den neuen Bereich "Corporate Responsibility", der unter anderem Umweltschutz und Diversity umfasst. dapd

Peter Terium: Vor seinem Amtsantritt schuf er den neuen Bereich "Corporate Responsibility", der unter anderem Umweltschutz und Diversity umfasst.

EssenEin letztes Mal überließ der designierte RWE-Chef Peter Terium seinem Vorgänger Jürgen Großmann den Vortritt. Großmann begrüßte am Freitag die 250 Top-Führungskräfte des Energiekonzerns, die im sonnigen Istanbul zu ihrer jährlichen, zweitägigen Tagung zusammengekommen waren - und hielt gleich im Anschluss auch schon seine Abschiedsrede. Danach gehörte die Bühne im noblen Swissotel über dem Bosporus Peter Terium.

Der Niederländer tritt zwar formell erst heute sein Amt an, spätestens diesem Termin Mitte Juni war der Machtwechsel aber vollzogen. Die Eckpfeiler seiner Strategie hat Terium in den vergangenen Monaten schon mit kleineren Teams erarbeitet und am Wochenende gemeinsam mit seinem künftigen Vorstand präsentiert. Grundsätzlich hält Terium zwar an Großmanns Strategie "nachhaltiger, robuster und internationaler" fest, wie das Handelsblatt aus Kreisen der Teilnehmer erfuhr, aber in einzelnen Bereichen wird er ganz neue Akzente setzen:

  • RWE wird die Energiewende aktiv annehmen, auf Kernkraft endgültig verzichten und mehr in erneuerbare Energien investieren.
  • RWE muss weiter sparen und ist deshalb für Partnerschaften offen.
  • RWE erhält eine neue Struktur. Die Kraftwerke werden in einer europäischen Gesellschaft gebündelt.

"Wir werden nicht mehr in neue Atomkraftwerke investieren", bestätigte Terium in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten. Der Atomausstieg gelte für RWE nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern werde sich RWE nicht mehr am Bau neuer Kernkraftwerke beteiligen.

Vor kurzem hatte RWE schon Pläne aufgegeben, gemeinsam mit Eon in Großbritannien neue Reaktoren zu bauen. In den Niederlanden wurde der Konzern aber weiter gedrängt, sich an einem Neubauprojekt zu beteiligen. Das ist nach Teriums Worten jetzt passé.

Der RWE-Chef sieht aber derzeit auch keine Chancen für andere Großkraftwerke, die mit Kohle oder Gas befeuert werden - und zwar europaweit. "Auf absehbare Zeit ist das nicht darstellbar", sagte Terium. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmten nicht. Vor allem die Strompreise seien auf einem solch niedrigen Niveau, dass sich die Investitionen nicht rechneten.

Kommentare (7)

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Blackforest

19.06.2012, 12:53 Uhr

Endlich eine neue RWE !!
Großmann der Mann von gestern ist endgültig Geschichte.
Dieser Mann hat durch eine völlig falsche Energie Politik das Flaggschiff RWE fast in den finanziellen Sand gesetzt und den Aktionären sehr viel Geld gekostet.
-
Ich wünsche Herrn Peter Terium alles Gute und weiterhin eine Energiepolitik die sich an der Zukunft orintiert und nicht an ein Technik orintiert die von Vor Vor gestern ist.

Account gelöscht!

01.07.2012, 10:19 Uhr

Die grüne Energie ist weltweit vollständig von staatlicher Subvention abhängig. Eine selten dämliche Idee, Wohl und Wehe der Firma an Subventionen zu hängen.
Obendrauf die gepamperten Frührentner bei den Energiekonzernen, alles ein einziger Selbstbedienungsladen.

Die Aktie kann man unter diesen Vorzeichen einfach unmöglich kaufen.

Account gelöscht!

01.07.2012, 10:26 Uhr

Der Weg in die subventionierte "erneuerbare" Energie wird sich auch für RWE als Irrweg erweisen, den wir alle teuer bezahlen müssen. Nur weil es Mode ist, den Ökopaxen zu folgen, ist das keine ökonomische Entscheidung. Das wird sich schon bald erweisen.

Aber vielleicht ist das ja völlig egal, weil wir mit der Verabschiedung der Euro-Rettungsschirme ohnehin die Transfer-Union geschaffen und damit Grundgesetz und Wohlstand zur Disposition gestellt haben.

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