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19.05.2016

15:17 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk will expandieren

Elektro-Pionier kündigt riesige Kapitalerhöhung an

Der kalifornische Autobauer Tesla will den Massenmarkt elektrisieren. Derzeit liegen ihm rund 373.000 Vorbestelllungen für das neue „Model 3“ vor. Warum Konzern-Chef Musk nun eine milliardenschwere Kapitalerhöhung plant.

Konzern-Chef Elon Musk vor einem „Model X“: Der Elektropionier will nun die Massen erreichen. Reuters

Tesla

Konzern-Chef Elon Musk vor einem „Model X“: Der Elektropionier will nun die Massen erreichen.

San Francisco/New YorkTesla-Chef Elon Musk liegen der Börsenaufsicht SEC zufolge satte 373.000 Vorbestellungen für das neue „Model 3“ vor. Die große Zahl an Neufahrzeugen sprengt die bisherige Kapazität des Elektropioniers. Ende 2017 soll das im Schnitt 35.000 Dollar teure Auto mit Elektroantrieb auf den Markt kommen. Allein das große Interesse am „Model 3“ ist ein Faktor, der Börsianer und Investoren elektrisiert – Konkurrenten wiederum frustriert.

Um die Fertigung auszubauen, plant der Autohersteller nun eine große Kapitalerhöhung. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen 6,8 Millionen neue Aktien ausgegeben und auf diese Weise 1,4 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 1,25 Milliarden Euro) eingenommen werden. Musks Pläne sind kühn: Bis 2018 will der Konzern insgesamt 500.000 Autos pro Jahr bauen.

Kürzlich hatte der Autobauer sein angepeiltes Produktionsziels für 2020 um zwei Jahre vorgezogen. Bislang haben Tesla zufolge 375.000 Kunden eine Anzahlung für ein „Model 3“ geleistet. Voraussichtlich Ende 2017 soll das Fahrzeug übers Band rollen.

Der Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos Tesla ist gerade dabei, sich zu einem Hersteller für die breitere Masse zu wandeln. Dabei gibt das Unternehmen bislang allerdings noch mehr Geld aus, als es einnimmt. Obwohl die Umsätze im vergangenen Quartal gestiegen sind, machte Tesla im gleichen Zeitraum einen Verlust von 75 Millionen US-Dollar (66,9 Millionen Euro). Musk erklärte, man werde „signifikante Kosteneinsparungen erzielen müssen, um eine langfristige Profitabilität und einen wirtschaftlichen Erfolg“ zu erzielen.

Mit der Kapitalerhöhung plant Konzern-Chef Musk auch rund 2,8 Millionen Aktien aus seinem persönlichen Besitz zu verkaufen. Diese Einnahmen sind jedoch für Steuerzahlungen auf Aktienoptionen bestimmt – und kommen daher nicht dem Unternehmen zugute.

Branchenexperten hatten die Kapitalerhöhung erwartet. Musk selber hatte diesen Schritt beim jüngsten Gespräch mit Analysten angekündigt.

Ein pikantes Detail: Goldman Sachs gehört zu den US-Investmentbanken, die das Geschäft maßgeblich abwickeln sollen. Erst setzten die Finanzexperten das Kursziel für Tesla hoch, dann sprachen sie – noch bevor die Kapitalerhöhung öffentlich wurde – eine Kaufempfehlung aus.

Auf Twitter reagierten Nutzern daher mit Sarkasmus. So schrieb Herb Greenberg von Pacific Square Research: „GS setzt Tesla am Morgen rauf und ist Teil des Deals am Nachmittag. Welches Jahr schreiben wir gerade?“

Ein anderer empfahl Musk, einfach ein „Model 4“ anzukündigen. Mit den Anzahlungen könnte er dann das Vorgängermodell finanzieren.

Kürzlich hatte Musk verraten, dass er seinen Schreibtisch am Ende der Fertigungsstraße aufgestellt habe. Im Konferenzraum liege ein Schlafsack bereit, den er regelmäßig nutze. Das dürfte sich in den kommenden Monaten angesichts vieler Arbeit wohl nicht ändern.

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