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08.11.2016

16:57 Uhr

Tesla kauft Grohmann Engineering

Kampfansage vom Elektroauto-Pionier

Tesla macht den deutschen Autoherstellern Konkurrenz – mit deutscher Ingenieurskunst. Der Kauf des Anlagenbauers Grohmann treibt die Expansion voran. Das ist auch nötig: Die Pläne bis 2020 sind äußerst ambitioniert.

Der Elektroauto-Hersteller kauft einen deutschen Anlagenbauer. AP

Tesla

Der Elektroauto-Hersteller kauft einen deutschen Anlagenbauer.

PrümDer Elektroauto-Pionier Tesla treibt den Ausbau seiner Produktion mit Hilfe deutscher Technologie voran. Tesla übernehme den rheinland-pfälzischen Anlagenbauer Grohmann und lege damit den Grundstein für ein automatisiertes Fertigungszentrum in Deutschland, teilte der US-Konzern am Dienstag mit. Grohmann entwickelt, produziert und vertreibt Anlagen für die automatisierte Fertigung unter anderem in der Halbleiter-, der Elektronik- und der Automobilindustrie. Das Unternehmen setzte im vergangenen Jahr mit 790 Mitarbeitern 123 Millionen Euro um.

Am Grohmann-Sitz in Prüm und an weiteren neuen Standorten in Deutschland sollten im Lauf der kommenden zwei Jahre mehr als 1000 Stellen geschaffen werden, kündigte Tesla an. Zu Details der Übernahme äußerte sich die kalifornische Firma nicht. Auch blieb zunächst unklar, ob Grohmann seine bisherigen Kunden weiter beliefern wird, zu denen BMW und Daimler gehören.

Knapp 75 Prozent am Unternehmen gehörten bisher Unternehmensgründer Klaus Grohmann. Der börsennotierte Finanzinvestor Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG) hielt nach eigenen Angaben 25,1 Prozent. Sie war bereits 1987 als Wachstumskapitalgeber eingestiegen.

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Für Autoprofessor Stefan Bratzel, Leiter der Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach, ist die Übernahme ein ungewöhnlicher Schritt. „Das zeigt, dass Tesla unter enormem Druck steht, die Produktion auf ein entsprechendes Volumen zu bringen“, sagt er. Denn bis 2018 wollen die Kalifornier ihre Produktion von Elektroautos auf 500.000 Fahrzeuge im Jahr steigern. 2020 sollen es schon eine Millionen sein. Eine Herausforderung für das Unternehmen, das seine hochpreisigen Elektroautos bislang noch in vergleichsweise kleinen Stückzahlen baut. Im laufenden Jahr peilen die Amerikaner noch zwischen 80.000 und 90.000 Fahrzeuge an. Doch erst kürzlich legte die kalifornische Firma den Grundstein für eine fünf Milliarden Dollar teure Batteriefabrik im US-Bundesstaat Nevada.

Bei der Auswahl seiner Zulieferer setzt Elon Musk heute schon bevorzugt auf deutsche Zulieferer. Er schätzt das Know-how der ansässigen Ingenieure. Mit dem Wissen der deutschen Automatisierungsexperten von Grohmann soll allerdings kein neues Auto entwickelt werden, sondern die Fabrik der Zukunft. Auch hier will Tesla mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Tempo an den Tag legen als die angestammte Konkurrenz.

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Wer sich ein neues Tesla-Elektroauto kauft, muss in Zukunft für die Betankung zahlen. Für Bestellungen ab 2017 wird es nur noch ein Tank-Guthaben für gut 1600 Kilometer geben. Bestehende Kunden dürfen sich aber freuen.

Tesla setzt verstärkt auf Automatisierung. Das Unternehmen spricht in diesem Zusammenhang von einer „Maschine, die Maschinen baut“. Dadurch sollen die Kosten sinken und Elektroautos für eine größere Zahl von Kunden erschwinglich werden. Dank Rekordauslieferungen schrieb das Unternehmen im abgelaufenen Quartal erstmals seit mehr als drei Jahren einen Gewinn. Ende nächsten Jahres soll das günstigere neue Modell 3 an den Start gehen. Dafür gibt es bereits rund 400.000 Vorbestellungen.

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