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01.08.2016

16:05 Uhr

Tesla und Solar City

Der erste Schritt in Elon Musks Masterplan

Elon Musk kauft Elon Musk: Sein Elektroauto-Pionier Tesla übernimmt für etwa 2,6 Milliarden Dollar die von ihm kontrollierte Solarfirma Solar City. Doch Experten bezweifeln den Sinn dieses Deals.

Der Unternehmer kombiniert seine Unternehmen Tesla und Solar City. AP

Elon Musk

Der Unternehmer kombiniert seine Unternehmen Tesla und Solar City.

San FranciscoDer Elektroauto-Pionier Tesla will mit einem Zukauf groß in das Solarstrom-Geschäft einsteigen. Der US-Konzern gab am Montag bekannt, den amerikanischen Solarpanel-Hersteller SolarCity für 2,6 Milliarden Dollar in Aktien erwerben zu wollen.

Tesla will den Betrag in eigenen Aktien bezahlen. Solar-City-Aktionäre sollen pro Anteilsschein 0,11 Tesla-Aktien erhalten. Auf Basis des Schlusskurses von Freitag ergibt sich eine Bewertung von 25,83 Dollar je Solar City-Aktie. Tesla würde so zum Rundum-Anbieter im Bereich Solar- und Elektrotechnik aufsteigen und künftig neben Autos auch Solardächer und Batteriespeicher aus einer Hand anbieten.

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Tesla hatte bereits im Juni ein Übernahmeangebot gemacht, nun habe man sich auf die Modalitäten geeinigt, teilte das Unternehmen mit. Die Fusion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden und im ersten Jahr nach Vollzug 150 Millionen Dollar an Kosten einsparen.

Tesla-Chef Elon Musk will so seinen „Masterplan“ vorantreiben, umwelt- und energiebewussten Verbrauchern künftig verschiedenste Produkte unter einer Marke anzubieten. Ob der Deal letztlich über die Bühne geht, hängt jetzt von Solar City ab. Das Unternehmen hat noch bis Mitte September Zeit, sich um andere Käufer zu bemühen.

Die Firmen von Elon Musk

Zip 2

Als das Internet massentauglich wurde, gründeten Elon Musk und sein Bruder Kimbal die Firma Zip 2, ein durchsuchbares Firmenverzeichnis – damals eine Innovation. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Millionen Dollar, Musk erhielt 22 Millionen Dollar.

X.Com

Musk dachte schon länger darüber nach, wie man mit einer Online-Bank die Finanzbranche umkrempeln könnte. Er engagierte die besten Programmierer und gründete 1999 mit dem Großteil des Verkaufserlöses von Zip2 X.Com. Die Firma experimentierte mit radikalen Konzepten und ermöglichte etwa den Versand von Geld per E-Mail.

Paypal

Auch andere entwickelten ein Bezahlsystem fürs Internet – etwa das Start-up Confinity mit seinem Dienst Paypal. Erst konkurrierten X.com und Confinity, dann schlossen sie sich zusammen. Eine große Finanzierungsrunde ermöglichte weiteres Wachstum, 2002 übernahm Ebay den Dienst für 5,1 Milliarden Dollar. Musk erhielt davon 165 Millionen Dollar.

Space X

Mit dem Geld konnte Musk seine Faszination für den Weltraum ausleben. Die erträumte Marsmission war zunächst unrealistisch, der Unternehmer ließ sich aber 2002 davon überzeugen, eine günstige Rakete zu entwickeln. Heute bietet Space X tatsächlich Raumflüge zu deutlich günstigeren Konditionen an als etwa Boeing oder Lockheed Martin.

Tesla Motors

Das bekannteste Musk-Projekt ist Tesla, auch wenn andere die Firma gründeten und der Macher erst 2004 mit seinem Geld dazu stieß. Zunächst nahm in der Autobranche niemand die Idee eines reinen Elektrofahrzeuges ernst, dank der Ingenieursleistung von Tesla ist das jetzt anders. Bei allem Erfindergeist ist die börsennotierte Firma immer noch nicht profitabel.

Solar City

Weil Solarzellen teuer waren, gründeten Lyndon und Peter Rive 2006 die Firma Solar City. Sie produzierte selbst keine Module, sondern finanzierte die Anlage vorab, so dass die Kunden sie nicht auf einen Schlag bezahlen mussten. Ihr Cousin Elon Musk stieg als Investor ein und war größter Anteilseigner. Die Firma gehört zu den größten Anbietern von Solarzellen in den USA. Im November 2016 stimmten die Aktionäre Musks Plan zu, Solar City durch den Autobauer Tesla übernehmen zu lassen.

Hyperloop

Als Musk vom Eisenbahnsystem enttäuscht war, ersann er eine Alternative: Transportkapseln sollen durch Druckluftröhren schießen und so auch lange Strecken in kurzer Zeit bewältigen. Mehrere hochrangige Ingenieure von Space X und Tesla erarbeiteten ein Konzept. Derzeit ist eine Verbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas geplant. Kosten: mehr als 8 Milliarden Dollar.

Beide Seiten gehen allerdings davon aus, dass die Übernahme Ende des Jahres vollzogen wird. Musk ist bereits Verwaltungsratsvorsitzender und Hauptaktionär von Solar City. Seine Cousin Lyndon Rive ist Chef der Firma aus San Mateo in Kalifornien mit 13.000 Mitarbeitern. Investoren beurteilten das Interesse an Solar City, das erstmals im Juni bekanntwurde, zunächst eher skeptisch. Viele befürchteten, dass der Konzern zu wenig auf die Kosten achtet.

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