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17.11.2015

14:40 Uhr

Tesla verhandelt mit dem Bund

Baut Elon Musk bald in Deutschland Batterien?

Stellt der US-Elektropionier Tesla bald in Deutschland Batterien für E-Autos her? Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel berichtet von Gesprächen mit Konzernchef Elon Musk. Auch für deutsche Autobauer ist das Thema heiß.

Der Tesla-Chef verhandelt offenbar über eine Batteriefabrik in Deutschland. Reuters

Elon Musk

Der Tesla-Chef verhandelt offenbar über eine Batteriefabrik in Deutschland.

GaggenauDer US-Elektroautopionier Tesla verhandelt mit der Bundesregierung über den Bau einer Batteriefabrik in Deutschland. Das erklärte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Dienstag bei einer Diskussionsveranstaltung im Mercedes-Benz Werk im badischen Gaggenau. „Wir sprechen darüber“, sagte Gabriel laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. Tesla-Chef Elon Musk sei an ihn herangetreten; möglicherweise wolle Tesla staatliche Subventionen. Details zu der Fabrik oder einen Zeitplan nannte der Minister nicht.

Gabriel warb bei der Veranstaltung für eine stärkere Kooperation in der Automobilindustrie für eine Produktion der nächsten Generation von Batterien für Elektroautos. Es wäre klug, sich hier „möglicherweise über den Standort Deutschland hinweg“ in Europa zusammenzuschließen, etwa mit Partnern in Frankreich oder Italien, sagte Gabriel. Nur so sei es möglich, „in Europa die nächste Technologiegeneration zu beherrschen“.

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VW entwickelt 20 neue Elektroautos. Doch die Batterieherstellung wird von asiatischen Firmen dominiert. Um konkurrenzfähig zu bleiben, fordern Arbeitnehmervertreter eine Kooperation von VW, BMW und Daimler.

Nötig sei die Bereitschaft der Automobilindustrie, „in eine Gemeinschaftsaktion einzusteigen“ und nicht nur eigene Vorteile zu suchen, betonte Gabriel. Es gehe darum, nicht nur die Batterie-Technologie zu beherrschen, „sondern auch die Produktion in Deutschland möglich zu machen“.

Auch die Betriebsratschefs von Daimler und Volkswagen haben sich erneut für eine gemeinsame Zellfertigung der deutschen Autohersteller ausgesprochen. „Wir müssen uns in Zukunft überlegen, wenn wir eine Rolle spielen wollen, wie gehen wir mit dem Thema um“, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh bei der Podiumsdiskussion. Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht forderte: „Da müssen wir in Deutschland mehr Industriepolitik machen.“

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Das Thema Nokia Here mache deutlich, dass die Autoindustrie in Deutschland bei bestimmten Themen zusammenstehen müsse. Daimler, Audi und BMW hatten gemeinsam den Nokia-Kartendienstes Here gekauft.

VW-Markenchef Herbert Diess hatte sich für eine gemeinsame Zellfertigung für E-Autos in Deutschland stark gemacht. Aus Daimlers Vorstandsetage kam allerdings prompt die Absage: „Im Moment ist das Thema Zellfertigung für uns unattraktiv“, sagte Daimlers Personalvorstand Wilfried Porth in Rastatt. Die Schwaben stellen in diesem Jahr ihre Zellfertigung im sächsischen Kamenz ein. „Das Thema Kooperationen lässt sich am besten über unsere Zulieferer steuern.“

Die Firmen von Elon Musk

Zip 2

Als das Internet massentauglich wurde, gründeten Elon Musk und sein Bruder Kimbal die Firma Zip 2, ein durchsuchbares Firmenverzeichnis – damals eine Innovation. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Millionen Dollar, Musk erhielt 22 Millionen Dollar.

X.Com

Musk dachte schon länger darüber nach, wie man mit einer Online-Bank die Finanzbranche umkrempeln könnte. Er engagierte die besten Programmierer und gründete 1999 mit dem Großteil des Verkaufserlöses von Zip2 X.Com. Die Firma experimentierte mit radikalen Konzepten und ermöglichte etwa den Versand von Geld per E-Mail.

Paypal

Auch andere entwickelten ein Bezahlsystem fürs Internet – etwa das Start-up Confinity mit seinem Dienst Paypal. Erst konkurrierten X.com und Confinity, dann schlossen sie sich zusammen. Eine große Finanzierungsrunde ermöglichte weiteres Wachstum, 2002 übernahm Ebay den Dienst für 5,1 Milliarden Dollar. Musk erhielt davon 165 Millionen Dollar.

Space X

Mit dem Geld konnte Musk seine Faszination für den Weltraum ausleben. Die erträumte Marsmission war zunächst unrealistisch, der Unternehmer ließ sich aber 2002 davon überzeugen, eine günstige Rakete zu entwickeln. Heute bietet Space X tatsächlich Raumflüge zu deutlich günstigeren Konditionen an als etwa Boeing oder Lockheed Martin.

Tesla Motors

Das bekannteste Musk-Projekt ist Tesla, auch wenn andere die Firma gründeten und der Macher erst 2004 mit seinem Geld dazu stieß. Zunächst nahm in der Autobranche niemand die Idee eines reinen Elektrofahrzeuges ernst, dank der Ingenieursleistung von Tesla ist das jetzt anders. Bei allem Erfindergeist ist die börsennotierte Firma immer noch nicht profitabel.

Solar City

Weil Solarzellen teuer waren, gründeten Lyndon und Peter Rive 2006 die Firma Solar City. Sie produzierte selbst keine Module, sondern finanzierte die Anlage vorab, so dass die Kunden sie nicht auf einen Schlag bezahlen mussten. Ihr Cousin Elon Musk stieg als Investor ein und war größter Anteilseigner. Die Firma gehört zu den größten Anbietern von Solarzellen in den USA. Im November 2016 stimmten die Aktionäre Musks Plan zu, Solar City durch den Autobauer Tesla übernehmen zu lassen.

Hyperloop

Als Musk vom Eisenbahnsystem enttäuscht war, ersann er eine Alternative: Transportkapseln sollen durch Druckluftröhren schießen und so auch lange Strecken in kurzer Zeit bewältigen. Mehrere hochrangige Ingenieure von Space X und Tesla erarbeiteten ein Konzept. Derzeit ist eine Verbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas geplant. Kosten: mehr als 8 Milliarden Dollar.

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