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08.11.2016

01:26 Uhr

Teslas „Supercharger“

Neukunden tanken nicht mehr gratis

Wer sich ein neues Tesla-Elektroauto kauft, muss in Zukunft für die Betankung zahlen. Für Bestellungen ab 2017 wird es nur noch ein Tank-Guthaben für gut 1600 Kilometer geben. Bestehende Kunden dürfen sich aber freuen.

Teslas Supercharger-Stationen sind künftig nicht mehr kostenlos - zumindest nicht für Neukunden. Reuters

Tesla

Teslas Supercharger-Stationen sind künftig nicht mehr kostenlos - zumindest nicht für Neukunden.

Palo AltoTeslas Netz von 4600 „Supercharger“-Ladestationen wird für Neukunden ab dem kommenden Jahr nicht mehr komplett kostenlos sein. Sie sollen pro Jahr 400 Kilowattstunden gratis laden können - ausreichend für rund 1600 Kilometer, wie der Elektroauto-Hersteller mitteilte.

Danach werde „eine kleine Gebühr“ fällig, die Tesla zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben will. Es sei aber auf jeden Fall billiger als ein vergleichbares Benzinauto zu betanken, hieß es. Für Bestandskunden bleiben die schnellen Ladestationen weiterhin komplett kostenlos.

Die Gratis-Nutzung der vor vier Jahren eingeführten „Supercharger“ war bisher ein Verkaufsargument von Tesla. Sie sind grundsätzlich für Fernreisen gedacht, aber das Unternehmen tolerierte es bisher meist, wenn auch Anwohner ihre Autos dort aufluden.

Die Firmen von Elon Musk

Zip 2

Als das Internet massentauglich wurde, gründeten Elon Musk und sein Bruder Kimbal die Firma Zip 2, ein durchsuchbares Firmenverzeichnis – damals eine Innovation. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Millionen Dollar, Musk erhielt 22 Millionen Dollar.

X.Com

Musk dachte schon länger darüber nach, wie man mit einer Online-Bank die Finanzbranche umkrempeln könnte. Er engagierte die besten Programmierer und gründete 1999 mit dem Großteil des Verkaufserlöses von Zip2 X.Com. Die Firma experimentierte mit radikalen Konzepten und ermöglichte etwa den Versand von Geld per E-Mail.

Paypal

Auch andere entwickelten ein Bezahlsystem fürs Internet – etwa das Start-up Confinity mit seinem Dienst Paypal. Erst konkurrierten X.com und Confinity, dann schlossen sie sich zusammen. Eine große Finanzierungsrunde ermöglichte weiteres Wachstum, 2002 übernahm Ebay den Dienst für 5,1 Milliarden Dollar. Musk erhielt davon 165 Millionen Dollar.

Space X

Mit dem Geld konnte Musk seine Faszination für den Weltraum ausleben. Die erträumte Marsmission war zunächst unrealistisch, der Unternehmer ließ sich aber 2002 davon überzeugen, eine günstige Rakete zu entwickeln. Heute bietet Space X tatsächlich Raumflüge zu deutlich günstigeren Konditionen an als etwa Boeing oder Lockheed Martin.

Tesla Motors

Das bekannteste Musk-Projekt ist Tesla, auch wenn andere die Firma gründeten und der Macher erst 2004 mit seinem Geld dazu stieß. Zunächst nahm in der Autobranche niemand die Idee eines reinen Elektrofahrzeuges ernst, dank der Ingenieursleistung von Tesla ist das jetzt anders. Bei allem Erfindergeist ist die börsennotierte Firma immer noch nicht profitabel.

Solar City

Weil Solarzellen teuer waren, gründeten Lyndon und Peter Rive 2006 die Firma Solar City. Sie produzierte selbst keine Module, sondern finanzierte die Anlage vorab, so dass die Kunden sie nicht auf einen Schlag bezahlen mussten. Ihr Cousin Elon Musk stieg als Investor ein und war größter Anteilseigner. Die Firma gehört zu den größten Anbietern von Solarzellen in den USA. Im November 2016 stimmten die Aktionäre Musks Plan zu, Solar City durch den Autobauer Tesla übernehmen zu lassen.

Hyperloop

Als Musk vom Eisenbahnsystem enttäuscht war, ersann er eine Alternative: Transportkapseln sollen durch Druckluftröhren schießen und so auch lange Strecken in kurzer Zeit bewältigen. Mehrere hochrangige Ingenieure von Space X und Tesla erarbeiteten ein Konzept. Derzeit ist eine Verbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas geplant. Kosten: mehr als 8 Milliarden Dollar.

Tesla hat weltweit 734 eigene Elektro-Tankstellen eingerichtet, die die Wagen schneller aufladen als öffentliche Aufladestationen. Innerhalb einer halben Stunde hat ein Elektroauto dort genug Saft, um 270 Kilometer weit zu fahren. An normalen 30-Ampere-Ladestationen erreicht man in der gleichen Zeit nur eine Reichweite von 16 Kilometern.

Tesla investiert gerade massiv in die Produktion seines für Ende 2017 angekündigten günstigeren Wagens Model 3 und rechnet daher für die nächste Zeit mit roten Zahlen.

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