Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2012

11:15 Uhr

Teure Reparaturen

Haarrisse in A380 kosten Airbus Millionen

Branchenkenner und Airbus-Insider rechnen damit, dass die Haarrisse in den Tragflächen des A380 Airbus bis zu 100 Millionen Euro kosten werden. Das Geld fließt in Reparaturen, Inspektionen und neue Maschinen.

Die Reparaturen und Inspektionen der A380-Flugzeuge werden für Airbus teuer. dapd

Die Reparaturen und Inspektionen der A380-Flugzeuge werden für Airbus teuer.

Berlin/SingapurDie Haarrisse in den Tragflächen des Superjumbos A380 werden für den Hersteller Airbus teuer: Nach „Spiegel“-Informationen rechnen Branchenkenner und Airbus-Insider mit Zusatzkosten von bis zu 100 Millionen Euro. Diese seien Folge der Inspektionen, die von der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA angeordnet wurden.

Das Geld werde für die Kontrolle und Reparaturarbeiten an den schadhaften Teilen benötigt sowie die Bereitstellung von Ersatzmaschinen für die betroffenen Fluggesellschaften, berichtete das Nachrichtenmagazin am Wochenende vorab. Demnach summiert sich der Aufwand für 69 bereits ausgelieferte A380 auf rund 70 Millionen Euro. Hinzu kämen Ausgaben für mindestens ein Dutzend weitere Maschinen, die in den nächsten Monaten ausgeliefert würden, sowie für die Änderung bereits im Bau befindlicher Tragflächen.

Dem Magazin zufolge wollte sich ein Airbus-Sprecher dazu nicht äußern. Er habe allerdings eine dauerhafte technische Lösung des Flügelproblems bis zum Sommer angekündigt. Die Kosten für den A380 schmälern die Sparerfolge, mit denen sich Louis Gallois als Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS verabschieden will. „Wir haben jetzt konzernweit die gleichen Abläufe bei Personalverwaltung, Einkauf, IT oder Finanzen“, sagte der Franzose, der seinen Posten Ende Mai an den Deutschen Tom Enders abgibt, dem Magazin „Wirtschaftswoche“.

„Wir wollen damit bis zum Jahresende weitere 350 Millionen Euro einsparen.“ Diese sollten direkt in den Gewinn vor Steuern und Zinsen 2012 fließen. Einen weiteren Gewinnschub erwartet Gallois durch den neuen Mittelstreckenflieger A320neo, den Airbus ab Oktober 2015 ausliefern will. Vom ersten Flugzeug an werde der A320neo Geld bringen. „Die Entwicklungskosten sind begrenzt, so dass wir sie bereits vor Beginn der Produktion abgeschrieben haben werden“, erläuterte Gallois.

Die Risse an den Tragflächen des Großraumflugzeugs A380 gehen nach Angaben des designierten EADS-Chefs Tom Enders auf das Konto des Flugzeugbauers selbst. „Das liegt an uns. Wir haben das vermasselt“, sagte Enders am Montag im Vorfeld der Luftfahrt-Messe in Singapur.

Enders sagte, er hoffe, dass die Probleme an den Tragflächen genauso wie bereits zuvor aufgetretene Probleme an einigen Triebwerken des Herstellers Rolls-Royce nicht die Glaubwürdigkeit von Airbus beeinträchtigen. „Wir werden die Probleme mit den Tragflächen natürlich so schnell wie möglich beheben, egal was es kostet.“ Rolls-Royce wiederum habe das Triebwerk-Problem bereits gelöst. Enders leitet derzeit noch den Flugzeugbauer Airbus und ist designierter Chef des Mutterkonzerns EADS.

Die modernisierte, spritsparende Variante des alten A320 hat sich bereits zum Bestellungsschlager entwickelt. Wegen der jüngsten Verkaufserfolge in den USA rät Gallois dem Magazin zufolge seinem Nachfolger Enders zum Bau eines Airbus-Werks in den USA. „Das ist ein Punkt, den man sich genau anschauen sollte“, sagte der scheidende EADS-Chef.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.02.2012, 08:31 Uhr

Konstruktion in China und Indien, von Kaufleuten ohne Sachverstand eingekauft, bürgt für Qualität und guten Ruf. Das Waterloo sei Airbus gegönnt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×