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14.02.2012

09:22 Uhr

Teurer Ferrostahl-Deal

MAN-Chef Pachta-Reyhofen verdient weniger

Lange hat MAN mit dem Sorgenkind Ferrostaal gehadert. Die Lösung im Streit um den Essener Industriedienstleister war heiß ersehnt. Doch sie verhagelt dem Konzern die Bilanz - das spürt auch MAN-Chef Pachta-Reyhofen.

MAN stellt sich auf schwierigere Zeiten ein. dpa

MAN stellt sich auf schwierigere Zeiten ein.

MünchenDie teure Lösung des Dauerstreits um den Essener Industriedienstleister Ferrostaal hat MAN die Bilanz 2011 verhagelt. Der Münchner Lastwagenbauer verdiente im vergangenen Jahr angesichts der Kosten für den Deal deutlich weniger Geld als 2010. Am Ende blieb der VW-Tochter unter dem Strich ein Gewinn von 247 Millionen Euro, nachdem 2010 noch ein Plus 722 Millionen Euro in den Büchern stand.

Den geschrumpften Gewinn bekommt MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen auch bei der eigenen Gehaltsabrechnung zu spüren. Inklusive des Aufwands für seine Altersversorgung bekommt der Manager für 2011 knapp 2,97 Millionen Euro, 887.000 Euro oder 23 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch für seine Vorstandskollegen ging es ein wenig nach unten. Insgesamt zahlte das Unternehmen seinen Vorständen im vergangenen Jahr 8,2 Millionen Euro nach 11,2 Millionen 2010. Das ist ein Rückgang von fast 26,8 Prozent.

Geschäftlich lief es für den Konzern im vergangenen Jahr allerdings ziemlich gut, trotz der zuletzt etwas nachlassenden Dynamik. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf den Rekordwert von 16,5 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Der operative Gewinn machte einen großen Satz von 43 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro.

Die weltgrößten Lkw-Hersteller nach Absatz

Platz 10

Ashok Leyland - Indien
Mit 80.000 verkauften Lkws kommen die Inder international auf einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Allerdings beschränkt sich das Geschäft im Wesentlichen auf den Heimatmarkt.

Platz 9

Bejing Automotive Industry - China
Der Staatskonzern landet mit 109.400 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 3,8 Prozent ebenfalls unter den größten Herstellern der Welt. Auch hier sind die internationalen Ambitionen begrenzt.

Platz 8

Torch - China
Ein weiterer im Westen eher unbekannter Hersteller, der mit einem Lkw-Absatz von 113.200 auf einen Marktanteil von 3,9 Prozent kommt.

Platz 7

Volvo - Schweden
Beim Profit gehören die Schweden zu den absoluten Top-Marken weltweit. Bei den abgesetzten Fahrzeugen landen sie mit 125.800 verkauften Einheiten nur bei einem Marktanteil von 4,3 Prozent.

Platz 6

MAN/Scania - Deutschland/Schweden
Das neue Doppel des VW-Konzerns kommt gemeinsam auf 152.400 verkaufte Fahrzeuge und einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Von der Spitze sind die Marken selbst gemeinsam noch weit entfernt.

Platz 5

Tata-Motors - Indien
In Europa machten die Inder vor allem mit der Übernahme von Jaguar und einem Billigauto Furore. Doch auch bei Trucks ist der Konzern vorne mit dabei. 194.900 abgesetzte Exemplare bescheren einen Marktanteil von 6,7 Prozent.

Platz 4

China Heavy National Duty Truck - China
Zu den chinesischen Spitzenreiter gehört auch dieser Staatskonzern, der 1935 gegründet wurde. Mit 199.900 verkauften Lkws erreicht der Konzern einen Marktanteil von 6,9 Prozent.

Platz 3

First Automotive Works - China
Bronze geht nach China. Der Volkswagen-Partner in der Volksrepublik setzte 2011 rund 274.300 Trucks ab und kommt damit auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent.

Platz 2

Daimler Trucks - Deutschland
Was Umsatz und Profit angeht, kann kein anderer Lkw-Hersteller den Stuttgartern das Wasser reichen. Doch beim Absatz muss sich der Branchenprimus geschlagen geben: Mit 280.700 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 9,7 Prozent erreicht Daimler nur Silber.

Platz 1

Dongfeng - China
Kein Hersteller verkaufte im Jahr 2011 so viele Lkws wie die Chinesen. Ein Absatz von 300.100 Fahrzeugen ist ein Marktanteil von 10,3 Prozent und damit Gold.

„Trotz der weiterhin bestehenden Verunsicherung, vor allem an den Finanzmärkten, haben wir die guten Geschäftszahlen des Vorjahres noch einmal deutlich übertroffen“, sagte Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen. Kräftig nach oben ging es im Nutzfahrzeuggeschäft. Der Umsatz der Sparte kletterte um 19 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro. Insgesamt verkaufte MAN im vergangenen Jahr 155.520 Lastwagen und Busse.

Der Umsatz der Sparte Power Engineering, in der das Geschäft mit Turbinen, Großdieselmotoren und die Getriebetochter Renk gebündelt ist, verbuchte einen leichten Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Der wichtige Auftragseingang legte hingegen 2011 zu. Belastet wurde MAN allerdings von zwei Faktoren. Die Einigung über den Rückkauf der Ferrosstaal-Anteile vom Staatsfond IPIC aus Abu Dhabi und die Weitergabe an die Hamburger MPC schlug mit einem Minus von 434 Millionen Euro zu Buche. Auch eine Neubewertung der Anteile an der schwedischen VW-Tochter Scania drückte mit 182 Millionen Euro auf die Bilanz der Münchner, die seit 2011 zu VW gehören.

Für 2012 stellt sich MAN auf weltweit gedämpftes Wachstum ein. „In Europa rechnen wir mit einem stabilen Nutzfahrzeuggeschäft, in etwa auf dem Niveau von 2011“, sagte Finanzvorstand Frank Lutz. Das bisher brummende Geschäft in Brasilien werde dagegen rückläufig sein. Für den Konzern erwartet Lutz für 2012 einen leicht sinkenden Umsatz und auch ein niedrigeres operatives Ergebnis. Damit es nicht schlimmer kommt, sei es allerdings notwendig, dass die Politik die Euro-Schuldenkrise löst und die Finanzmärkte nachhaltig beruhigt. Ein Übergreifen der Krise auf die Realwirtschaft müsse verhindert werden, sagte Lutz. Für das Geschäft gebe es mittel- und langfristig große Wachstumschancen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

14.02.2012, 11:09 Uhr

Ich mach den Job auch für die Hälfte ! Und sicher nicht schlecht. Hallo hört mich jemand ! ?

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