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03.04.2006

09:13 Uhr

Teurer Sanierungsplan

Schnelles Ende für Smart-Forfour

Der Autokonzern Daimler-Chrysler will sich so schnell wie möglich von seinem verlustreichen Kleinwagen Smart Forfour verabschieden. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen streben die Stuttgarter intern einen Produktionsstopp für den Viersitzer bis Ende des zweiten Quartals an, wenn bis dahin eine Einigung mit dem Daimler-Partner Mitsubishi Motors (MMC) und der Gewerkschaft erzielt werden kann.

hz FRANKFURT. Der Konzern hatte bisher lediglich angekündigt, den Wagen einstellen zu wollen. Wegen der laufenden Gespräche mit MMC, in dessen Werk Nedcar im niederländischen Born der Forfour gefertigt wird, ließ Daimler den genauen Zeitpunkt bis jetzt aber offen.

Aufsichtsrat und Vorstand von Daimler hatten Ende vergangener Woche das Ende des Modells besiegelt. Zudem wird mit Mitsubishi über den Produktionsstopp gesprochen. Ein Daimler-Sprecher sagte am Wochenende, einen genauen Zeitpunkt der Produktionsenstellung könne man nicht nennen, da er von den Gesprächen mit den Beteiligten abhänge.

Eine sich anbahnende Auseinandersetzung mit der niederländischen Gewerkschaft könnte die Pläne von Daimler noch über den Haufen werfen. Die Arbeitnehmervertreter verfügen in den Niederlanden über weitreichende Rechte und müssen angehört werden.

Der niederländische Gewerkschafts-Dachverband FNV fordert, die Produktion des Smart Forfour so lange aufrecht zu erhalten, bis ein anderes Modell bei Nedcar gebaut wird. Die Gewerkschaft verlangt ein Gespräch mit Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche und droht für den Fall der Weigerung mit „Aktionen“.

Der jüngste Sanierungsplan wird nach Unternehmensangaben eine Milliarde Euro kosten. Die vor allem auf Schadenersatz für den Auftragsproduzenten MMC entfallenden Kosten sollen zu 80 Prozent noch im ersten Quartal verbucht werden.

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