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19.01.2017

18:53 Uhr

Thyssen-Krupp

Hiesinger schließt Kapitalerhöhung aus

Die Eigenkapitalquote hat bei Thyssen-Krupp in den vergangen Monaten abgenommen. Der Konzernchef ist dennoch dagegen, die Aktionäre um einen Zuschuss zu bitten. Dafür hat er eine interessante Begründung.

Die angepeilten Renditeverbesserungen in den Technologiesparten von ThyssenKrupp brauchten Zeit, sagte Hiesinger. AP

Thyssen-Krupp in Essen

Die angepeilten Renditeverbesserungen in den Technologiesparten von ThyssenKrupp brauchten Zeit, sagte Hiesinger.

FrankfurtThyssenKrupp will die Aktionäre trotz der geschrumpften Eigenkapitaldecke nicht um frisches Geld bitten. „Warum sollten wir das tun? Bei allen Eckdaten verzeichnen wir Fortschritte“, sagte Konzernchef Heinrich Hiesinger der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. „Aktuell sind wir drei Jahre durchfinanziert und konnten dabei gleichzeitig die Finanzierungskosten senken.“

Sein Ziel bleibe eine Eigenkapitalquote von 15 Prozent, aber dafür die Aktionäre anzuzapfen, sei angesichts der Entwicklung von Überschuss und Cashflow der falsche Weg. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2015/16 (30. September) verringerte sich die Eigenkapitalquote auf 7,4 (Vorjahr: 9,3) Prozent.

Hiesinger dämpfte die Hoffnungen auf einen schnellen Abschluss der Sondierungsgespräche mit Tata Steel über einen Zusammenschluss des Unternehmens mit der Stahlsparte von ThyssenKrupp. Haupthindernis blieben die hohen Pensionsverpflichtungen für die Tata-Beschäftigten in Großbritannien.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die angepeilten Renditeverbesserungen in den Technologiesparten von ThyssenKrupp brauchten Zeit, sagte Hiesinger. „Es gibt keine schnellen Ernten“. Es sei ähnlich wie beim Stahl. „Die Richtung muss stimmen. Aber man sollte sich und anderen nicht vormachen, dass man den Zeitplan vollständig unter Kontrolle hat.“

Von

rtr

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