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03.12.2014

20:16 Uhr

Thyssen-Krupp

Sanierungsplan für Edelstahlwerk in Terni steht

Mit geplanten Stellenstreichungen in Italien hat Thyssen-Krupp heftigen Widerstand heraufbeschworen. Nun hat der Konzern eine Einigung mit den Gewerkschaften erzielt. Wie viele Jobs dennoch wegfallen, ist noch unbekannt.

Thyssen-Krupp wollte 550 Jobs im Edelstahlwerk im italienischen Terni streichen. Nun gibt es einen neuen Sanierungsplan. Reuters

Thyssen-Krupp wollte 550 Jobs im Edelstahlwerk im italienischen Terni streichen. Nun gibt es einen neuen Sanierungsplan.

FrankfurtDer Industriekonzern Thyssen-Krupp hat sich mit den Gewerkschaften auf einen Sanierungsplan für sein Edelstahlwerk im italienischen Terni geeinigt. Die Personalkosten würden dadurch um 30 Millionen Euro gesenkt, teilte Thyssen-Krupp am Mittwoch mit. Die Einsparungen würden nicht ausschließlich durch Personalabbau sondern auch durch andere Einschnitte wie geringere Zulagen für Nachtschichten erzielt. Die Belegschaft muss der Einigung noch zustimmen.

Der Konzern hatte mit seinen Plänen, in Terni 550 Arbeitsplätze zu streichen, heftigen Widerstand heraufbeschworen. Wie viele Jobs in dem defizitären Werk dennoch wegfallen, ließ Thyssen-Krupp offen. Bisher hätten 290 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, erklärte der Konzern lediglich. Insgesamt sollen die Kosten bei der Tochter AST um mehr als 100 Millionen Euro gesenkt werden.

Das Werk in Terni liegt rund 100 Kilometer von Rom entfernt und gehört mit mehr als 2000 Arbeitsplätzen zu den größten Arbeitgebern in der Region Umbrien. Der Konzern hatte die Edelstahltochter wie auch den Hersteller von Hochleistungswerkstoffen VDM im vergangenen Jahr vom angeschlagenen finnischen Outokumpu-Konzern zurückgenommen.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Vorstandschef Heinrich Hiesinger hat keinen Zweifel gelassen, dass er aus dem Edelstahlgeschäft aussteigen und das defizitäre Werk in Terni wie auch VDM wieder abstoßen will.

Von

rtr

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