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12.12.2014

16:34 Uhr

Thyssen-Krupp

Verkauf von Gelsenkirchen-Werk aufgeschoben

Thyssen-Krupp will eigentlich sein Stahlgeschäft auf Vordermann bringen. Bei dem geplanten Verkauf des Werkes in Gelsenkirchen tritt der Konzern nun aber auf die Bremse. Offiziell gestoppt ist der Prozess damit nicht.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger setzt auf Einsparungen und Stellenabbau, um das Stahlgeschäft auf Vordermann zu bringen. dpa

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger setzt auf Einsparungen und Stellenabbau, um das Stahlgeschäft auf Vordermann zu bringen.

DuisburgThyssen-Krupp schaltet bei seinen Plänen zum Verkauf eines Stahlwerks in Gelsenkirchen einen Gang zurück. „Wir haben vor einem halben Jahr dort einen internen Restrukturierungsprozess angestoßen“, sagte das Vorstandsmitglied von Thyssen-Krupp Steel Europe, Heribert Fischer, am Freitag in Essen. Der Prozess werde von der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern getragen. „Vor diesem Hintergrund verfolgen wir den Verkauf im Moment nicht aktiv weiter.“

Offiziell gestoppt sei der Verkaufsprozess aber nicht, ergänzte Stahlchef Andreas Goss. Er sei zuversichtlich, dass das Werk mit 600 Beschäftigten nach vorne gebracht werden könne. Es werde nicht unter Wert verkauft.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will das Stahlgeschäft auf Vordermann bringen. Dabei setzt er neben Einsparungen auch auf einen Stellenabbau bei der europäischen Stahltochter mit ihren rund 26.000 Beschäftigten. Die Tochter konnte im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September) ihren operativen Gewinn um 73 Millionen Euro auf 216 Millionen Euro erhöhen.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Im laufenden Jahr soll der operative Gewinn „signifikant“ steigen, ein konkretes Ziel nennt der Konzern aber nicht. Mittelfristig sei das Ziel, wertschaffend zu sein und dass bedeute, auch die Kapitalkosten zu verdienen, sagte Goss. Dafür müsse der operative Gewinn noch deutlich gesteigert werden.

Von

rtr

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