Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.08.2012

11:21 Uhr

Tiefrote Zahlen

Solarworld streicht die Prognose

Solarworld steckt immer tiefer in der Krise: Der einstmals größte Solarkonzern der Welt schreibt tiefrote Zahlen und kassiert die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Und es soll die Mitarbeiter treffen.

Harte Arbeit: Solarworld steckt in der Krise. dapd

Harte Arbeit: Solarworld steckt in der Krise.

DüsseldorfFür Solarworld sieht es düster aus: Nach millionenschweren Abschreibungen und tiefroten Zahlen in den ersten sechs Monaten erwartet Vorstandschef Frank Asbeck entgegen früheren Ankündigungen nun auch im Gesamtjahr erneut einen operativen Verlust. An der Börse brach die Aktie zu Handelsbeginn am Montag um rund zehn Prozent auf 1,18 Euro ein.

Als Hauptgrund für die Misere nannte Asbeck den Preisverfall, ausgelöst durch das Preisdumping chinesischer Konkurrenten. Zudem rechnet der Firmenchef mit weiter sinkenden Erlösen bei gleichzeitig steigendem Absatz. Er will nun erneut mit Stellenstreichungen gegensteuern. 300 Arbeitsplätze sollen bis Ende 2012 wegfallen. Im Vorjahr mussten bereits 500 Mitarbeiter ihren Hut nehmen. Aktuell beschäftigt Solarworld noch knapp 2600 Mitarbeiter.

„Wir durchleben stürmische Zeiten“, schrieb Konzernchef Frank Asbeck am Montag in einem Brief an die Aktionäre. Chinesische Hersteller führten einen Handelskrieg. Mit illegalem Preisdumping versuchten sie, die Konkurrenz vom Markt zu verdrängen. Doch dürften weder Europa noch die USA eine Schlüsseltechnologie wie die Photovoltaik aus der Hand geben.

Der Solarworld-Gründer und Großaktionär bekräftigte, er werde persönlich einen finanziellen Beitrag zur Stabilisierung des Konzerns leisten und solange auf Gehalt und Dividende verzichten, „bis der Konzern wieder Gewinne schreibt“

Börsianer waren von den Nachrichten geschockt. „Die Zahlen sind richtig übel, der dicke Verlust kam aus heiterem Himmel“, sagte ein Händler. „Man sieht mal wieder, dass die Krise in der Solarindustrie überall ihre Spuren hinterlässt - auch Solarworld ist davor nicht gefeit.“ Die im TecDAX notierten Solarworld-Aktien verloren zeitweise mehr als 13 Prozent an Wert. Seit Anfang 2010 hat die Aktie mehr als 90 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Wertberichtigungen von rund 120 Millionen Euro sorgten im ersten Halbjahr für einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 143,8 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 70,5 Millionen in den Büchern stand. Unter dem Strich lag das Minus bei 159,3 (Vorjahr: plus 22,2) Millionen Euro. Der Umsatz brach trotz Absatzzuwächsen auf 340 (533,6) Millionen Euro ein. Analysten hatten deutlich mehr erwartet.

Der Solarkonzern hatte zum Jahresauftakt noch von einer Sonderkonjunktur vor den anstehenden Förderkürzungen profitiert und mehr verdient als von Experten erwartet. Wegen des Preisverfalls und hoher Abschreibungen hatte Solarworld allerdings bereits 2011 bei einem Umsatzrückgang auf rund eine Milliarde Euro einen Fehlbetrag von knapp 300 Millionen verbucht. Operativ lag das Minus bei 233,2 Millionen Euro.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

13.08.2012, 08:50 Uhr

Solarworld ist Teil der Oekoblase. Mit guten Verbindungen in die Grüne Partei hinein vermochte es der Eigentümer und Gründer in einer politischen, oder ökoreligiösen Illusion zum Milliardär zu werden und einige frühe Aktionäre reich zu werden.

Die Politiker schufen entsprechend beraten geeignete Subventionsgesetze, Solarworld und andere produzierten Solarmodule und am Ende unterstützte man wiederum die Politiker.

In der Zwischenzeit wurden chinesische Unternehmen auf diesen Markt aufmerksam und schufen enorme Kapazitäten. Die Margen sind minimal und erfordern sehr schlanke Unternehmen die weniger Medien- und Politikorientiert aufgestellt sind.

Das Subventionsmodell das die Subventionen für diese religiösen Monumente über 20 Jahre in die Zukunft streckt, präsentiert ähnlich eines Kettenbriefsystems jetzt nach Jahren die Kosten.

Die Nationalstaaten befinden sich in einer Situation zunehmender finanzieller Knappheit und werden früher, oder später gezwungen die Subventionen zu kürzen.

Vandale

Account gelöscht!

13.08.2012, 09:13 Uhr

So isses.
Diese Ökofaschisten stoppen auf der Parteischiene jeden Ansatz zu wirtschaftlicher Energieerzeugung. Es geht denen nur ums Geld, um nichts anderes.
Auch die Gasgewinnung in Deutschland wurde gestoppt. Bis in die usa reicht der lange Finger der grünen Absahner noch nicht. Man sehe sich die dortigen Preise für Öl und für Erdgas an.

Na, spätestens, wenn Deutschland pleite ist, kommt aus Frankreich die Anweisung, diesen Irrsinn sofort zu stoppen.

Covenants

13.08.2012, 10:06 Uhr


Weshalb wurden denn auf einmal so viele kurzfristige Finanzverbindlichkeiten fällig gestellt? Im ersten Quartal waren wir noch bei 88 Mio und jetzt bei über einer halben Milliarde Euro. Liegt das an der Verletzung der Convenants?

Wenn man noch die berücksichtigt, dass die Siliziumvorräte unter Marktpreis verkauft werden müssen, dann kann man sich ausrechnen, dass die kurzfr. Finanzverbindlichkeiten unter diesen Umständen schon bald nicht mehr bedient werden können.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×