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18.07.2015

18:03 Uhr

Tischtennis-Bälle aus Weener

Ostfriesland legt sich mit China an

Sportlich haben die deutschen Tischtennis-Asse gegen die Chinesen kaum Chancen. Bei der Produktion der kleinen weißen Bälle könnte die Übermacht aus Fernost jedoch unter Druck geraten. Konkurrenz kommt aus Ostfriesland.

Der Geschäftsführer von Weener-Plastik im ostfriesischen Weener, Matthias Prox, hält einen Tischtennisball aus eigener Produktion in der Hand. Das Hightech-Unternehmen für Kunststoff-Verpackungen steht kurz vor dem Produktionsanlauf für diese kleinen, weißen Bälle für den schnellen Sport. Die Marktführer sitzen zur Zeit in China. dpa

Tischtennisbälle aus Weener

Der Geschäftsführer von Weener-Plastik im ostfriesischen Weener, Matthias Prox, hält einen Tischtennisball aus eigener Produktion in der Hand. Das Hightech-Unternehmen für Kunststoff-Verpackungen steht kurz vor dem Produktionsanlauf für diese kleinen, weißen Bälle für den schnellen Sport. Die Marktführer sitzen zur Zeit in China.

WeenerDie Tischtennis-Weltmacht China bekommt Konkurrenz aus Ostfriesland – nicht an der Platte, aber bei der Ball-Produktion. Die lange Ära der Zelluloid-Kugeln geht zu Ende, und eine Kunststoff-Firma aus Weener im Landkreis Leer nutzt das nun zum Einstieg in den bislang chinesisch dominierten Markt. Im Werk zwischen Ems und niederländischer Grenze soll bald die Serienproduktion starten.

Dass man bei der Weener Plastik GmbH überhaupt auf die Idee mit den Tischtennisbällen kam, liegt an einem auf den ersten Blick wenig verwandten Produkt: dem Deo-Roller. Der Verpackungsspezialist aus Nordwest-Niedersachsen stellt unter anderem die dafür nötigen Teile her, indem zwei Plastik-Halbkugeln miteinander verbunden werden.

„Tischtennisbälle sind natürlich komplexer als eine Deo-Kugel“, räumt Matthias Prox von Weener Plastik ein, „die müssen ja auch vernünftig fliegen“. Doch in beiden Fällen seien eine gleichmäßige Form und Materialstärke wichtig.

Stadiendächer aus Bayer-Kunststoff

Bayarena, Leverkusen

Fassungsvermögen: 30.210

Baukosten: Umbau 2009 - 73 Mio. Euro

Heimverein: Bayer 04 Leverkusen

Eigentümer: Bayer 04 Immobilien GmbH

Eröffnung: Umbau 2009

Ab 2009 bis Mitte 2012 verwendeter Kunststoff: Makrolon Multi UV 3X/25-25ES white S146

Nach Mitte 2012 verwendeter Kunststoff: Makrolon multi UV 3/16-16 clear 1090 FR

Commerzbank-Arena, Frankfurt

Fassungsvermögen: 51.500

Baukosten: Umbau 2002-2005 - 150 Mio. Euro

Heimverein: Eintracht Frankfurt

Eigentümer: Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH

Eröffnung: 15. Juni 2005

Verwendeter Kunststoff: Makrolon multi UV 3/16-16 FR 1090

Wirsol Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim

Fassungsvermögen: 30.150

Art: Neubau

Baukosten: 60 Mio. Euro

Heimverein: TSG 1899 Hoffenheim

Eigentümer: TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Besitzgesellschaft mbH & Co. KG

Eröffnung: 24. Januar 2009

Verwendeter Kunststoff: Makrolon multi UV 3/16-16 FR 1090

Weser-Stadion, Bremen

Fassungsvermögen: 42.500

Baukosten: Umbau 2008-11 - > 60 Mio. Euro

Heimverein: Werder Bremen

Eigentümer: Bremer Weser-Stadion GmbH

Eröffnung: 18. November 2010, nach Umbau

Verwendeter Kunststoff: Makrolon multi UV 3/16-16 FR 1090

Rhein-Energie-Stadion, Köln

Fassungsvermögen: 50.000
Baukosten: 119,5 Mio. Euro
Heimverein: 1. FC Köln
Eigentümer: Kölner Sportstätten GmbH
Eröffnung: 2004

Verwendeter Kunststoff: Makrolon multi UV 3/16-16 FR 1090

Arena Danzig

Fassungsvermögen: 40.000
Art: Neubau
Baukosten: 193 Mio. Euro
Heimverein: Lechia Danzig
Eigentümer: Stadt Danzig
Eröffnung: 6. September 2011

Verwendeter Kunststoff für Dach und Außenverkleidung: Makrolon Multi UV 3X/25-25ES extended UV Spezialfarbe: Bernstein

Pepsi Arena, Warschau

Fassungsvermögen: 31.103
Art: Neubau
Baukosten: 105 Mio. Euro
Eigentümer: Stadt Warschau
Eröffnung: 2011

Verwendeter Kunststoff: Makrolon multi extended UV 3X/25-25 ES clear 1099e

Während die technischen Herausforderungen gemeistert scheinen, hat das Unternehmen noch eine juristische Pingpong-Partie zu bestehen. Die Ostfriesen haben im März 2013 ein Patent für einen zelluloidfreien Tischtennisball angefochten, eine Entscheidung liegt jedoch noch nicht vor. Die unklare Situation hält aber keinen der weltweit fünf großen Hersteller vom Produzieren ab. „Zur neuen Saison sind unsere Bälle am Markt“, gibt sich Prox zuversichtlich.

Vertrieben werden die leichten weißen Kugeln von namhaften Ausrüstern. Aber auch unter einer eigenen Marke ließ das Unternehmen beim Tischtennis-Weltverband ITTF einen Ball zertifizieren, vor vier Monaten kam die Anerkennung.

Laut Torsten Küneth von der ITTF-Materialkommission sind mittlerweile rund 40 Prozent der zugelassenen Bälle aus Plastik. Die Anlaufschwierigkeiten bei der Herstellung hochwertiger Bälle scheinen also überwunden. Der Weltverband listet Weener Plastik als derzeit einzigen europäischen Hersteller neben einem japanischen und drei chinesischen.

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