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31.05.2013

17:18 Uhr

TK-Report

Neue Arzneimittel stellen keinen Fortschritt dar

Nur zehn Prozent aller neu zugelassenen Medikamente bringen einen Fortschritt. Wie ein Report der Techniker Krankenkasse zeigt, profitieren von den meisten neuen Arzneimitteln nicht die Patienten, sondern die Hersteller.

Die Techniker Krankenkasse hat in einem Report untersucht, wie viel Fortschritt neuzugelassene Medikamente bringen. dpa

Die Techniker Krankenkasse hat in einem Report untersucht, wie viel Fortschritt neuzugelassene Medikamente bringen.

BerlinNicht jedes neue Arzneimittel bedeutet einen echten medizinischen Fortschritt zum Nutzen der Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt der von dem Bremer Gesundheitsexperten Gerd Glaeske erstellte Innovationsreport, den die Techniker Krankenkasse (TK) am Freitag in Berlin vorstellte. Nur zwei von insgesamt 23 untersuchten Medikamenten, die 2010 und 2011 in Deutschland neu auf den Markt kamen, stellen demnach einen „relevanten therapeutischen Fortschritt“ dar.

„Die meisten dieser neu zugelassenen Arzneimittel haben keinen zusätzlichen Nutzen für die Patienten“, erklärte TK-Chef Jens Baas. Profitiert hätten lediglich die Hersteller dieser Medikamente. Die Experten untersuchten, ob für die neuen Medikamente bereits alternative Therapien zur Verfügung stehen, ob die Arzneimittel einen Zusatznutzen für die Patienten haben und wie hoch die Kosten im Vergleich zu den verfügbaren Arzneimitteln sind.

„Drei von vier Medikamenten, die wir unter die Lupe genommen haben, waren teurer als die bereits auf dem Markt befindlichen Präparate“, erklärte Glaeske. In den allermeisten Fälle sei aber überhaupt kein zusätzlicher Nutzen für die Patienten nachgewiesen worden.

Mit dem sogenannten Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) wurde inzwischen allerdings ein Instrument zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln geschaffen. Die in dem Report untersuchten Medikamente wurden alle im Jahr vor oder kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes zugelassen.

Neue Arzneimittel müssen seitdem auf ihren Zusatznutzen untersucht werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Krankenhäusern unterzieht das Medikament einer Nutzenbewertung. Wird ein Zusatznutzen festgestellt, verhandeln Hersteller und Kassen anschließend über einen Rabatt auf den ursprünglich vom Hersteller festgelegten Preis. Gibt es keinen Zusatznutzen, wird das Arzneimittel in eine Festbetragsgruppe eingeordnet oder aber der Kassen-Spitzenverband handelt mit dem Hersteller einen sogenannten Erstattungsbetrag aus.

Ziel ist es, die Ausgaben der gesetzlichen Kassen für Medikamente dauerhaft zu reduzieren. Bislang wurden ausschließlich neue Arzneimittel auf ihren Zusatznutzen untersucht. Nun sollen auch Wirkstoffe, die schon vor Inkrafttreten des Gesetzes auf dem Markt waren, in größerem Umfang einer solchen Nutzenbewertung unterzogen werden.

Von

afp

Kommentare (1)

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anonymus_007

31.05.2013, 17:39 Uhr

"Neue Arzneimittel stellen keinen Fortschritt dar"
Ist doch wie bei den meisten "neuen " Produkten

- neue Autos ( fahren von A nach B )
- neue Smartphones ( telefonieren schneller :-) )
- neue Fernseher ( bringen bessere Programme :-) )
- neue Sportschuhe ( rennen schneller :-) )

usw.

alle wollen nur "unser Bestes" !

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