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26.09.2011

11:08 Uhr

TMD-Friction

Japaner schmieden neuen Zulieferer-Champion

Der japanische Mischkonzern Nisshinbo kauft TMD Friction. Für den knapp einer Insolvenz entronnenen deutschen Zulieferer würde damit eine neue Ära beginnen: nämlich die als Weltchampion.

Eine Messehostess steht auf der Autoshow in Frankfurt vor einer Felge: dahinter ist eine Bremsscheibe gut zu sehen. dpa

Eine Messehostess steht auf der Autoshow in Frankfurt vor einer Felge: dahinter ist eine Bremsscheibe gut zu sehen.

HamburgDer vor zwei Jahren der Insolvenz entronnene Automobilzulieferer TMD Friction wird für 440 Millionen Euro an den japanischen Mischkonzern Nisshinbo verkauft. Darauf habe sich Nisshinbo mit den Anteilseignern von TMD geeinigt, wie der der Bremsenhersteller mit Sitz in Luxemburg am Montag mitteilte. Dem Verkauf müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.

TMD Friction gilt als erster großer Pleitefall der Zulieferindustrie. Der Bremsbeläge-Hersteller war im Dezember 2008 als erster großer Zulieferer in die Insolvenz gegangen. Unternehmenschef Derek Whitworth hatte den „Einbruch in der Autoindustrie“ sowie „den Rückzug der Kreditversicherer“ als Ursachen ausgemacht. TMD Friction liefert Bremsbeläge für fast alle Autohersteller. Haupteigentümer war eine Gruppe von Hedge-Fonds.

TMD Friction, dessen größter Produktionsstandort in Leverkusen ist, hatte nach der Rettung zunächst einen Börsengang für Herbst ins Auge gefasst. Parallel hatte der Londoner Finanzinvestor Pamplona, der das Unternehmen 2009 aus der Pleite gerettet hatte, aber auch einen Direktverkauf vorbereitet. Pamplona wurde 2005 vom früheren Chef der russischen Alfa-Bank, Knaster, in London gegründet. Wichtigster Geldgeber ist die russische Finanz- und Industriegruppe Alfa. 

In Branchenkreisen war der Firmenwert von TMD auf eine Größenordnung von rund 600 Millionen Euro taxiert worden. Diese Schätzung basierte auf einem erwarteten operativen Gewinn (Ebitda) von etwa 90 Millionen Euro, im vergangenen Jahr hatte er bei 71 Millionen gelegen. Der Umsatz war 2010 um 20 Prozent auf 637 Millionen Euro geschnellt. Das operative Ergebnis (Ebitda) lag bereinigt bei 71 Millionen Euro und damit um 160 Prozent über Vorjahr.

Von

rtr

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