Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2016

16:13 Uhr

Tochter von Wacker-Chemie

Siltronic kämpft mit schwacher Chipnachfrage

Der Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic leidet unter dem schwächelnden Smartphone-Markt und stellt nach einem Gewinneinbruch im vierten Quartal einen „gemäßigten Geschäftsverlauf“ für die kommenden Monate in Aussicht.

Kein guter Jahresabschluss für Siltronic: Im vierten Quartal 2015 brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 41 Prozent auf 23 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 215 Millionen Euro zurück. dpa

Der Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic

Kein guter Jahresabschluss für Siltronic: Im vierten Quartal 2015 brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 41 Prozent auf 23 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 215 Millionen Euro zurück.

FrankfurtDer schwächelnde Smartphone-Markt und die Konjunkturabkühlung in China setzen dem Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic zu. Die Wacker-Chemie -Tochter stellte am Montag nach einem Gewinneinbruch im vierten Quartal 2015 einen „gemäßigten Geschäftsverlauf“ für die kommenden Monate in Aussicht.

Die Nachfrage im Smartphone- und Computerbereich sei schwach, Kunden seien vorsichtiger mit Bestellungen und der Preisdruck werde sich fortsetzen. Für die zweite Jahreshälfte zeigte sich die Nummer drei im weltweiten Markt für dünne Siliziumscheiben (Wafer) „vorsichtig optimistisch“.

Im vierten Quartal 2015 brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 41 Prozent auf 23 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 215 Millionen Euro zurück. Auf das gesamte Jahr gesehen legten die Erlöse auf 931 (2014: 853) Millionen Euro zu, das Ebitda verbesserte sich auf 124 (118) Millionen Euro.

Die Schwäche auf dem lange Zeit boomenden Smartphone-Markt zeigte sich zuletzt auch in den Verkaufszahlen der Branchenführer Samsung und Apple : Samsung schließt einen Gewinnrückgang nicht mehr aus, Apple hatte vor wenigen Tagen das erste Umsatzminus seit 13 Jahren angekündigt.. Vor allem in China geht die Nachfrage zurück, weil die Wirtschaft dort nicht mehr so stark wächst wie in den vergangenen Jahren.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Der zurückhaltende Geschäftsausblick von Siltronic dürfte sich nach Ansicht der Analysten von Warburg Research auch auf die Ergebnisse des Mutterkonzerns Wacker Chemie auswirken. Sie nahmen ihre Prognosen für Umsatz und Gewinn für die Jahre 2015 bis 2017 zurück. Der Spezialchemiekonzern will am Dienstag seine Geschäftszahlen veröffentlichen.

Wacker-Chef Rudolf Staudigl hatte ein Umsatzplus von zehn Prozent in Aussicht gestellt, der Gewinn werde allerdings unter dem Niveau von 2014 (195 Millionen Euro) liegen. Die im MDax notierte Wacker-Aktie verlor am Montag gut zwei Prozent auf 65,68 Euro. Siltronic büßten bei einem geringen Umsatz 0,3 Prozent auf 16,76 Euro ein.

Wacker Chemie hatte Siltronic im Sommer an die Börse gebracht und hält nun noch knapp 58 Prozent. Mittelfristig will Wacker die Mehrheit abgeben.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×