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16.03.2016

14:30 Uhr

Tochter von Wacker-Chemie

Sparkurs soll Siltronic in Gewinnzone bringen

Der Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic leidet unter dem schwächelnden Smartphone-Markt. Nach dem Verlustjahr 2015 soll der Sparkurs den Konzern zurück in die schwarzen Zahlen führen. Die Aktie legte am Mittwoch zu.

Das Unternehmen erwartet ein „leicht positives“ Ergebnis für das laufende Jahr. dpa

Siltronic

Das Unternehmen erwartet ein „leicht positives“ Ergebnis für das laufende Jahr.

MünchenDer Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic hofft auf schwarze Zahlen. Dank Einsparungen und geringeren Verlusten aus Währungssicherungsgeschäften werde das Ergebnis im laufenden Jahr „leicht positiv“ ausfallen, sagte Finanzchef Rainer Irle am Mittwoch in München. Er verwies aber zugleich auf die hohe Volatilität in der Branche, eine Aussage zur Preisentwicklung im zweiten Halbjahr sei daher noch nicht möglich. 2015 stand unter dem Strich noch ein Verlust von 20,1 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 27 Millionen Euro im Vorjahr. Deshalb zahle die Wacker-Chemie-Tochter auch keine Dividende, sagte Irle.

Im ersten Halbjahr erwartet Siltronic wegen des schwächelnden Smartphone-Markts und der Konjunkturabkühlung in China einen „gemäßigten Geschäftsverlauf“. Siltronic sei aber zuversichtlich, dass es im zweiten Quartal zur üblichen Belebung der Nachfrage komme, sagte Irle. Im Gesamtjahr erwartet er einen Umsatz leicht unter Vorjahresniveau, die operative Rendite (Ebitda-Marge) soll sich leicht verbessern. Die Zahl von weltweit 3900 Mitarbeitern werde durch Fluktuation weiter sinken, zugleich investiere Siltronic in die Automatisierung der Fabriken. „Wir arbeiten an allen Standorten an der Produktivität“, sagte Irle.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Angetrieben durch den starken Dollar steigerte der Hersteller hauchdünner Siliziumscheiben (Wafer) für die Produktion von Mikrochips den Umsatz 2015 um 9,1 Prozent auf 931,3 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn (Ebitda) kletterte um 5,4 Prozent auf 124 Millionen Euro. Die operative Rendite schrumpfte auf 13,3 (Vorjahr: 13,8) Prozent. Damit ist Siltronic von seinem mittelfristigen Rendite-Ziel von 20 Prozent noch weit entfernt.

Da Siltronic zwei Drittel seines Umsatzes in Dollar erzielt, aber mehr als die Hälfte der Kosten in Euro anfällt, gehe das Unternehmen mit Währungssicherungsgeschäften ein, erläuterte Irle. Im vergangenen Jahr führten diese wegen des rasanten Anstiegs des Dollar zu einem Verlust von 46 Millionen Dollar. Im laufenden Jahr dürfte sich die Belastung auf zehn bis 15 Millionen reduzieren, erwartet der Finanzchef.

Die zuletzt arg gebeutelte Siltronic-Aktie zählte am Mittwoch mit einem Plus von bis zu 2,9 Prozent auf 15,74 Euro zeitweise zu den größten Gewinnern im Technologieindex TecDax. Damit ist sie aber nur rund halb so viel wert wie beim Börsendebüt im Juni 2015.

Von

rtr

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