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10.10.2013

07:18 Uhr

Toilette defekt

Dreamliner muss umkehren

Technische Probleme haben am Donnerstag eine Boeing des Typs Dreamliner zur Umkehr gezwungen. Die Maschine der Japan Airlines war auf dem Weg von Moskau nach Tokio. Es war nicht die erste Panne der neuesten Boeing.

eAußerplanmäßiger Stopp: Wegen eines technischen Defekts musste ein Dreamliner der Japan Airlines umkehren. ap

eAußerplanmäßiger Stopp: Wegen eines technischen Defekts musste ein Dreamliner der Japan Airlines umkehren.

TokioWegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher am Donnerstag. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet. Der Dreamliner ist das amerikanische Konkurrenzprodukt zum Airbus A350.

Er ist eines der modernsten Flugzeuge der Welt. Wegen seines geringen Gewichts und der modernen Triebwerke verbraucht er etwa 20 Prozent weniger Sprit als vergleichbare Modelle. Boeing setzt dafür vor allem auf leichte Verbundstoffe statt Aluminium.

Allerdings geriet das Flugzeug zuletzt vor allem durch technische Probleme und Pannen in die Schlagzeilen. So mussten in diesem Jahr wegen Problemen mit den Akkus vorübergehend alle Dreamliner für drei Monate am Boden bleiben. Die Norwegian Air Shuttle schickte am Mittwoch auch seine zweite 787 wegen mehrerer technischer Probleme in die Werkstatt. Es waren Mängel an der Hydraulik und der Elektrik aufgetreten. Vor einigen Wochen brach in einem Dreamliner der Ethiopian Airlines auf dem Londoner Flughafen Heathrow ein Feuer aus.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Besonders von den Pannen beim Dreamliner sind aber JAL und der japanische Wettbewerber All Nippon Airways betroffen. Beide haben mehr Flugzeuge des neuesten Boeing-Modells in ihren Flotten als alle anderen Gesellschaften.

Vor wenigen Tagen bestellte JAL erstmals überhaupt beim Boeing-Konkurrenten Airbus. 31 Langstreckenflugzeuge vom Typ A350 gehen nun an die Gesellschaft. Laut Listenpreis hat der Auftrag einen Wert von insgesamt 9,5 Milliarden Dollar. Zudem besteht eine Option auf weitere 25 A350. JAL-Präsident Yoshiharu Ueki wies aber Vermutungen zurück, dass die Bestellung bei Airbus mit den Dreamliner-Problemen zu tun haben könnte. Für Boeing bedeutet die Bestellung beim Erzrivalen den Verlust seiner jahrzehntelangen Vorherrschaft in Japan.

Von

rtr

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