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01.06.2017

17:54 Uhr

Toyota, Daimler und Co.

Das Rennen um die Autodaten ist gestartet

VonMartin Kölling

Wer gewinnt den Kampf um das Auto der Zukunft – IT-Konzerne wie Google und Apple oder die Autobauer? Toyota legt nun vor und präsentiert ein Betriebssystem fürs Cockpit. Es geht um die Kontrolle über riesige Datenmengen.

Die Autohersteller wollen den direkten Kontakt zu den Kunden und die Kontrolle über die riesigen Datenmengen behalten, die die Autos der Zukunft sammeln werden. dpa

Prototyp von Toyota

Die Autohersteller wollen den direkten Kontakt zu den Kunden und die Kontrolle über die riesigen Datenmengen behalten, die die Autos der Zukunft sammeln werden.

TokioDie künftigen Helden der Autoindustrie atmen nicht mehr Benzin. Sie designen nicht mehr die Karossen. Sie denken in Programmcode – so wie Kenichi Murata. In seiner ersten Karriere entwickelte der japanische Softwareingenieur als Chefarchitekt bei Sony die Spielekonsole Playstation 3. Seit fast zehn Jahren ist er nun bei Toyota für die nächste Revolution der Autoindustrie zuständig: das Betriebssystem für die Softwareplattform auf Rädern, die der Volksmund bisher noch Auto nennt. Auf dem Automotive Linux Summit in Tokio hatte Toyotas Projektleiter für vernetzte Fahrzeuge nun seinen großen Auftritt.

Vor hunderten Softwareingenieuren aus aller Welt kündigte Murata jetzt einen Durchbruch an. Als erster Autobauer werde Toyota ab diesem Sommer in den USA in seiner Mittelklasse-Limousine Camry das Betriebssystem einsetzen, das auf einem global von Autoherstellern, Zulieferern und Softwarefirmen gemeinsam entwickelten Linux-Code beruhe, erklärte Murata. „Andere Regionen und Modelle werden dann folgen.“

Die meistgebauten Autos der Welt 2016

Platz 5

Platz fünf geht an den achtsizigen Kompakt-Van Wuling Hongguang aus China, der mit 847.000 produzierten Fahrzeugen im Jahr 2016 auch das meistgebaute Auto Asiens war.

Platz 4

Der koreanische Hersteller Hyundai fertige von Elantra im Jahr 2016 nicht weniger als 875.000 Einheiten. In Deutschland kennt man ihn kaum noch, da er hier bereits ab 2006 durch den i30 im Modellprogramm ersetzt wurde.

Platz 3

Es gibt sie noch, die Statistiken, in denen der VW Golf nicht auf Platz 1 steht. in 2016 gebaute 970.000 Einheiten reichen im globalen Vergleich nur für Bronze. Immerhin: Der Golf war meistgebautes Auto in Europa. In Wolfsburg liefen 2016 rund 650.000 Modelle vom Band. Die restlichen 320.000 Einheiten der Jahresproduktion wurden vor allem in China und Mexiko gefertigt.

Platz 2

Auf Rang zwei der weltweit meistgebauten Autos landet 2016 mit dem Toyota Corolla ein ganz klassischer Pkw. Mit 985.000 Einheiten lässt die Limousine die Kompaktklassen-Wettbewerber VW Golf (970.000 Einheiten) und Hyundai Elantra (875.000 Einheiten) hinter sich.

Platz 1

Der Sieger ist ein Pick-up: Die Ford F-Reihe war 2016 das meistgebaute Auto der Welt. Insgesamt verließen 1,012 Millionen Einheiten die Fließbänder im amerikanischen Dearborn, wie der Informationsdienstleister Inovev meldet. Der Pick-up ist seit 1978 das meistverkaufte Auto der USA, seit 1983 trägt er auch den Titel des meistverkauften Autos weltweit.

„Automotive Grade Linux“ (AGL) heißt das Projekt, das die Autoindustrie so dominieren soll wie Googles Android oder Apples iOS die Welt der Smartphones. Toyota gibt damit den Startschuss für das große Wettrennen zwischen IT-Konzernen wie Apple oder Google und den Autoherstellern um die Kontrolle des Cockpits.

Seit Jahren versuchen die Internetriesen, sich als Schaltstelle im Auto einzunisten, um Zugriff auf die lukrativen Fahrdaten zu erlangen. Google feierte Mitte Mai einen Achtungserfolg: Audi und Volvo kündigten an, Googles mobiles Betriebssystem Android für die Kontrolle des Infotainmentsystems und des Touchscreens einsetzen zu wollen. Doch immer mehr Autohersteller schließen sich der AGL-Initiative an, die 2011 vor allem von Toyota initiiert wurde und auf inzwischen 98 Mitglieder angeschwollen ist.

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Autos sollen bald selbst lenken und selbst denken. Auf der Messe CES in Las Vegas präsentieren sich deshalb nicht nur Autobauer, sondern auch Chiphersteller. Erste Allianzen haben sich bereits formiert.

Neben Toyota und den sechs anderen großen japanischen Marken Nissan, Honda, Suzuki, Mazda, Mitsubishi Motors und Subaru waren schon früh Ford und Jaguar mit von der Partie. Anfang des Jahres trat Daimler als erster deutscher Hersteller dem Bund bei. Und dies dürfte nicht der letzte Coup in Europa gewesen sein.

„Dieses Jahr werden wir uns noch stärker auf Deutschland und Europa konzentrieren“, sagt Dan Cauchy, der Geschäftsführer von AGL in der Linux-Foundation. Und die AGL-Mitglieder rechnen sich gute Chancen auf Zuwachs aus. Unter den Teilnehmern des Treffens in Tokio laufen inzwischen Wetten, welcher Hersteller als nächster beitritt.

BMW steht hoch im Kurs, obwohl das Unternehmen gerade die Präsidentschaft in der etwas konkurrierenden Genivi-Allianz innehat. Doch es gibt diverse Genivi-Mitglieder, die auch bei AGL mitmischen. Auch das Interesse von PSA, Renault und der VW-Gruppe ist kein Geheimnis: Vor wenigen Wochen fand ein Entwicklertreffen in Europa statt. „Wir hatten 15 Gäste anderer Hersteller erwartet, 50 sind gekommen“, erinnert sich ein Teilnehmer

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