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12.04.2018

15:26 Uhr

Toyota-Tochter

Volkswagen und japanischer Lkw-Bauer Hino Motors planen Kooperation

VonMartin Kölling

VW schließt vor dem Börsengang der Lkw-Sparte eine wichtige Allianz. In Asien kooperieren die Wolfsburger mit der Toyota-Tochter Hino.

Die beiden Nutzfahrzeughersteller planen eine Allianz. AP

Hino-Chef Yoshio Shimo (links) und VW-Vorstand Andreas Renschler

Die beiden Nutzfahrzeughersteller planen eine Allianz.

TokioWährend der VW-Konzern vor dem größten personellen Umbruch der vergangenen Jahre steht, arbeitet Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler bereits an neuen Allianzen.

In Japan – fernab der Zentrale – arbeitet er an einer weltweiten Lkw-Kooperation, mit der die VW-Lkw-Marken MAN und Scania ihren als globalen Spielraum erweitern: Am Donnerstag Nachmittag verkündete Renschler in Tokio den Plan für eine zweite umfassende deutsch-japanische Lkw-Allianz.

Für die Volkswagen-Sparte „Truck & Bus“ hat Renschler einen Rahmenvertrag mit Toyotas Trucktochter Hino Motors ausgehandelt. Toyota hält 51 Prozent an dem börsennotierten Unternehmen. Zusammen wollen die Unternehmen ausloten, wie sie ihre Zusammenarbeit vertiefen können. Doch auf der Pressekonferenz stellen VW und Hino den Deal schon fast als beschlossene Sache vor.

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Die Großaktionäre sollen nicht im Aufsichtsrat der Lkw-Sparte vertreten sein. Die Zentrale des Dax-Kandidaten zieht nach München um.

Damit folgt die VW dem Vorbild von Daimler. Die Schwaben beteiligten sich 2003 an der Ausgründung Mitsubishi Fuso des Krisenkonzerns Mitsubishi Motors, schluckten ihn schließlich. Renschler fügte die Teile als Daimler-Spartenchef zusammen.

Bei Renschlers neuer Allianz geht es zwar nicht um eine Übernahme, aber immerhin um einen deutsch-japanischen Brückenschlag zwischen zwei Konzernen, die im Automarkt um die Weltmarktkrone kämpfen. Im Lkw-Geschäft üben sie den Schulterschluss.

In einem gemeinsam produzierten Video fahren abwechselnd Trucks der VW-Marken MAN und Scania sowie Hino-Laster durchs Bild. Und auf dem Podium spielen die Chefs verbal Doppelpässe: Einen Absatz präsentiert Hino-Chef Yoshio Shimo, den anderen der Gast aus Deutschland.

Die Botschaft der Choreographie scheint klar: Hier passiert etwas Besonderes. „Die Verwirklichung dieser Zusammenarbeit wird eine Pioniertat sein“, erklärt Renschler mit viel Pathos. Es werde eine Kooperation zweier starker Partner sein. Einfacher drückt er es danach in kleiner Runde aus: Die Allianz sei „einmalig“.

Ganz ohne Kapitalbeteiligungen wollen die VWs und Toyotas Trucker dem nacheifern, was Daimler mit der Einverleibung von Mitsubishi Fuso vorgemacht haben: Sie wollen nicht nur die Entwicklung konventioneller Motoren, sowie von Hybrid- und Elektroantrieben gemeinsam vorantreiben.

Auch Technologien fürs autonome Fahren, neue Geschäftsmodelle bis hin zum Vertrieb von Produkten für verschiedene Märkte, dem Service und dem Einkauf von Bauteilen sollen geteilt werden.

Die Vereinbarung werde es beiden Unternehmen erlauben, „machtvolle Synergien“ zu heben, versprach Renschler. Und das ist auch nötig. Denn im Vergleich zu Daimler, das sich schon vor Jahren wichtige Marken in den USA und Asien gekauft hat, fehlt VW im Lkw-Bereich der Status als globaler Player.

Volkswagen „Truck & Bus“ hat zwar 2017 für fast 24 Milliarden Euro global Nutzfahrzeuge verkauft, in Südostasien und Japan allerdings nur in homöopathischen Dosen. Hino macht dagegen den Großteil seines Umsatzes, den das Unternehmen für sein Ende März abgelaufenes Bilanzjahr auf 13,4 Milliarden Euro schätzt, in Asien.

Dafür ist Hino ist in Europa und Südamerika schwach, wie die VW-Marken MAN und Scania Erfolge einfahren Die Produktpaletten scheinen sich perfekte zu ergänzen: Volkswagen „Truck & Bus“ kann sich Hoffnung auf kleine Nutzfahrzeuge machen, bei denen Hino sehr stark ist.

Eine spätere gegenseitige Kapitalbeteiligungen wollte Renschler nicht ausschließen. Doch zuerst wollen die Partner Ergebnisse erzielen. Wenn man so will, wird es eine Ehe auf Probe.

Bei so viel Überschwang ließ der Kampf um die VW-Spitze Renschler äußerlich kalt. Welche Auswirkungen der Führungswechsel im Konzern auf seine Sparte haben würde, wurde er in kleiner Runde nach der Pressekonferenz gefragt.

„Keine“, antwortete Renschler. „Ich würde das jetzt mal so sagen, spaßeshalber: Der Konzern kann machen, was er will. Der ist fokussiert auf Pkw.“ Und es sei klar, dass seine Sparte seit 2015 mehr in Richtung Selbstständigkeit gehe. Denn es gebe kaum Gemeinsamkeiten zwischen Pkw- und Lkw-Geschäft.

VW hat das offenbar selbst schmerzhaft festgestellt. Volkswagen habe es probiert, das Nutzfahrzeuggeschäft so steuern wie das von Pkws, so Renschler. „Wenn sie das eine Weile weiter gemacht hätten, dann würde es wahrscheinlich keinen Nutzfahrzeughersteller in München und Schweden mehr geben“, scherzt er. In München ist der Stammsitz von MAN, Scania sitzt im schwedischen Södertälje.

Daheim hat er dem Aufsichtsrat nach Informationen des Handelsblatt eine Ausgründung der Truck-Sparte auf die Tagesordnung gesetzt. Eine Umwandlung der GmbH in einer Aktiengesellschaft ist demnach im Gespräch. Die Spekulationen über die Pläne der Nutzfahrzeugsparte wollte Renschler fern von Wolfsburg zwar nicht bestätigen. Man habe ja noch ein paar Entscheidungen abzuwarten, so Renschler.

„Unsere Vision ist sehr einfach“ erklärt Renschler. Sein Unternehmen wolle der globale Champion in der Nutzfahrzeugindustrie sein, wenn schon nicht in der Größe, dann wenigsten bei Gewinnen, Technologien und Kundenzufriedenheit. „Und Hino spielt eine wichtige Rolle in dieser Strategie.“ Zusammen mit den Stärken von Hino habe VWs Trucksparte das Potenzial, „viel schneller zu sein als zuvor.“

Hino-Chef Shimo sparte ebenfalls nicht mit Lob für den neuen Partner. Die Logistikindustrie stehen vor einem epochalem Umbruch. „Hino Motors und Volkswagen Truck & Bus teilen das Krisengefühl“, so der Japaner. Die Vereinbarung sei möglich geworden, weil sich beide Unternehmen gegenseitig respektierten und die Kundenorientierung teilten.

Wie schnell es nun Ergebnisse geben wird, ist noch offen. Die Arbeitsgruppen treffen sich ab jetzt häufiger. Alle zwei Monate soll sich ein Allianzvorstand treffen, um Probleme aus dem Weg zu räumen und die Verhandlungen auf Kurs zu halten. Als Vorbild dient dabei die Struktur, die Renschler 2017 nach der 17-prozentigen Beteiligung an der amerikanischen Marke Navistar aufgebaut hat.

„Bitte haben Sie noch ein bisschen Geduld, die Ergebnisse gibt es bald“, versprach Renschler nun für sein zweites japanisches Abenteuer. Das Risiko eines Scheiterns der Verhandlungen redete VWs Mann für die großen Nutzfahrzeuge dabei klein. So motiviert wie er beide Seiten erlebt habe, glaube er eher, „dass das Risiko beherrschbar ist“.

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Kommentare (1)

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Herr Carlos Santos

12.04.2018, 13:39 Uhr

TOYOTA-TOCHTER
Volkswagen und japanischer Lkw-Bauer Hino Motors planen Kooperation
VW schließt vor dem Börsengang der Lkw-Sparte eine wichtige Allianz. In Asien kooperieren die Wolfsburger mit der Toyota-Tochter Hino.

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Wirklich ein Fall für :

" NICHTS IST UNMÖGLICH, DANK TOYOTA ! " :-)))

Sind das bereits die Neue Auswirkungen des aktuellen Personalwechsels bei VW ?

Oder doch ein wenig Positives aus der vorherige Besetzungen ?

=======>>> EGAL WOHER, JETZT GEMEINSAM NACH AFRIKA UND DORT EINE FABRIK AUFSTELLEN FÜR BUSSE, LKW, UND VANS SOWIE PICK-UPPs !

BEVOR ES CHINA EUCH WIEDER IM VORAUS BAUT und es dann aus der Afrikanische Union heraus wieder zu hören gibt :

" Tut mir Leid aber Ihre Kollegen aus CHINA waren schon vorher da ! "





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