Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2012

14:56 Uhr

Traditionsmanufaktur

Meissener-Porzellan soll globale Luxus-Marke werden

VonNorman Kietzmann

Der Porzellanhersteller Meissen hat sich in Mailand ein Standbein für den Markt in West- und Südeuropa geschaffen. Mit einem neuen Image wollen die Sachsen ihren Umsatz in den nächsten zehn Jahren verdoppeln.

Eine Mitarbeiterin bemalt in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur in Meissen die Böden von Teetassen mit dem Warenzeichen der Firma, den Meissner Schwertern. ap

Eine Mitarbeiterin bemalt in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur in Meissen die Böden von Teetassen mit dem Warenzeichen der Firma, den Meissner Schwertern.

Zwei Jahre lang ließ Christian Kurtzke das Erdgeschoss der „Casa Caracassola in Mailand behutsam restaurieren, Fresken eines Schülers von Raffael freilegen und das markante Portal aus den 50er-Jahren in die Gestaltung übertragen. Für sechs weitere Jahre mietete der Chef der Porzellanmanufaktur Meissen das Gebäude anschließend an. Seither lockt es unter dem Namen „Villa Meissen an der Via Montenapoleone, einer der teuersten Einkaufsstraßen Europas, eine eher wohlhabende Kundschaft an. „Wir sind gekommen, um zu bleiben, erklärt er.

Der Schritt über die Alpen ist mutig. Denn 62,4 Prozent des Umsatzes macht die Firma, die 1710 als erste Porzellanmanufaktur Europas von August dem Starken gegründet wurde, auch heute noch in Deutschland. Auch wenn die Porzellanproduktion weiterhin in Meißen bleiben soll - immerhin ist der Freistaat Sachsen einziger Gesellschafter des Luxusunternehmens -, wird das Geschäft in West- und Südeuropa künftig von Mailand aus gesteuert.

Kurtzke, seit Ende 2008 Geschäftsführer der Manufaktur, will die Marke mit den zwei gekreuzten Schwertern neu beleben. Bis 2015 soll die Manufaktur mit derzeit 634 Mitarbeitern zur globalen Luxus-Marke ausgebaut werden. Den Umsatz von zuletzt 38 Millionen Euro will Kurtzke in den nächsten zehn Jahren damit verdoppeln. Profitabel ist das Unternehmen schon jetzt: Knapp 1,5 Millionen Euro blieben 2011 als Gewinn, wie Meissen zuletzt berichtete.

Bereits 2011 präsentierte die Manufaktur auf der „Baselworld, der Leitmesse für hochwertige Uhren und Schmuck, eine eigene Schmuckkollektion. Vor zwei Wochen folgte die erste Schmuckboutique am Standort Meißen. „Die meisten Menschen verbinden uns mit Tisch- und Tafelkultur, sagt der Firmenchef. „Dabei sind wir vor über 300 Jahren mit edlen Schmuckstücken und gehobener Inneneinrichtung als Objekteinrichter von August dem Starken gestartet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×