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19.06.2015

18:53 Uhr

Transporter A400M

Airbus will Produktionsverzögerung schnell aufholen

Die Ursache für den Absturz eines A400M scheint geklärt, nun dürfen die neuen Militärtransporter auch in Spanien wieder in die Luft. Airbus will die Verzögerungen durch das Unglück schnell wieder aufholen.

Airbus will Rückstände bei der Produktion des A400M möglichst schnell aufholen. ap

Nach Aufklärung von Unfall in Sevilla

Airbus will Rückstände bei der Produktion des A400M möglichst schnell aufholen.

München/ParisAirbus will in diesem Jahr trotz Verspätungen nach dem Absturz einer A400M wie geplant mindestens 13 der militärischen Transportflugzeuge ausliefern. „Wir arbeiten hart daran, entstandene Verzögerungen aufzuholen, und werden die Untersuchung des Flugunfalls auch weiterhin uneingeschränkt unterstützen“, sagte der Chef der Militärflugzeugsparte, Fernando Alonso, am Freitag laut Mitteilung.

Da inzwischen auch die spanischen Behörden alle Beschränkungen aufgehoben hätten, würden bereits fertiggestellte Maschinen nun ausgeliefert. Schon am Freitag bekam das französische Verteidigungsministerium eine weitere A400M, wie die Rüstungsbehörde DGA in Paris mitteilte. Es ist die siebte A400M für die französische Luftwaffe, die insgesamt 50 der Transportflugzeuge geordert hat.

Zwar überprüfe Airbus angesichts der Verzögerungen durch den Unfall nun die Planung für die Produktion. Man wolle aber wie geplant in diesem Jahr mindestens 13 Flieger ausliefern, hieß es. Anfang Mai war am Airbus-Standort Sevilla eine A400M nach dem Start abgestürzt. Dabei wurden vier Crewmitglieder getötet. Bis zur Klärung der Ursache mussten neue Maschinen in Spanien am Boden blieben, was eine weitere Auslieferung verhinderte, da die Maschinen in Sevilla gebaut werden.

Airbus Pannenflieger A400M

1982

Führende europäische Rüstungskonzerne gründen im Dezember 1982 das Future International Military/Civil Airlifter-Konsortium (FIMA) mit dem Ziel, den Bau eines gemeinsamen Militärtransporters zu prüfen. Die neue Maschine soll als Ersatz für die alternden Flieger Lockheed C-130 Hercules und Transall C-160 dienen.

Quelle: Wirtschaftswoche

1994

Das mittlererweile auf Euroflag umgetaufte Konsortium stellt das erste Modell der A400M auf der Flugschau in Farnborough. Der Name: Future Large Aircraft (FLA). Kurz darauf übernimmt der Flugzeugbauer Airbus das Programm.

1999

Airbus legt sieben Regierungen ein Angebot über feste Leistungen und Preise für den A400M vor.

2003

Nach schwierigen und lange dauernden Verhandlungen unterschreiben die Länder im Mai 2003 einen Vertrag über die Lieferung von 180 Maschinen.

2007

Der Bau des ersten Prototypen beginnt. Ende des Jahres gibt Airbus bekannt, dass sich der eigentlich für 2008 geplante Start der Serienproduktion wegen technischer Probleme um mindestens zwölf Monate verzögert.

2009

Im Dezember 2009 findet schließlich der Erstflug des Militärtransporters statt. Es ist längst ausgeschlossen, dass Frankreich wie geplant im Frühjahr 2010 die erste A400M erhält.

2009/2010

Die Situation spitzt sich zu: Airbus zweifelt wegen der immens erhöhten Belastung durch technische Probleme und Verzögerungen in der Entwicklung intern an der Realisierung des Projekts. In Medien ist von fünf bis elf Milliarden Euro Mehrkosten die Rede.

2010

Die beteiligten Länder einigen sich mit Airbus auf den Bau des Flugzeugs und akzeptieren eine Preiserhöhung. Die Produktion der ersten Serienmaschinen beginnt.

2013

Im August 2013 wird die erste A400M an das französische Militär ausgeliefert.

2015

Laut Medienberichten führen Produktionsprobleme dazu, dass 2015 maximal zwei statt fünf A400M an Deutschland ausgeliefert werden können. Auch die Franzosen und Briten sind von den erneuten Verzögerungen betroffen. Im Mai stürzt eine Maschine beim Werk im spanischen Sevilla wegen Softwareproblemen ab. Vier Mitglieder der Crew sterben, der Produktionsplan gerät durcheinander.

Auch die Luftwaffe hatte ihre Maschine zwischenzeitlich nicht starten lassen. Anders als Deutschland hatte Frankreich seine Flugzeuge auch nach dem Absturz in Spanien nicht komplett am Boden gehalten, sondern den Einsatz lediglich auf dringende Flüge beschränkt. Deutschland hat insgesamt 53 dieser Transportflugzeuge bestellt. Sie sollen die bis zu 46 Jahre alten Transall-Maschinen ablösen.

Von

dpa

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