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22.01.2007

14:01 Uhr

Trendwende in der Bauwirtschaft

Jungs vom Bau sind gefragt

Auftragseingang, Umsatz und Beschäftigung in der Baubranche sind im November 2006 gestiegen. Damit hat vor allem auf dem Arbeitsmarkt einen Trendwende begonnen. In der Branche kommt es deshalb teilweise schon zu Fachkräftemangel.

HB BERLIN. Dank der guten Konjunktur ist die Zahl der Mitarbeiter in der Bauwirtschaft im November gestiegen. Sie legte im Vergleich zum Vorjahr um 5000 auf 734 000 zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. „Es bleibt dabei, dass im Moment der Abwärtstrend beim Beschäftigungsabbau der ganzen letzten Jahre gestoppt ist“, hieß es im Statistikamt. In einigen Regionen werden bereits die Fachkräfte knapp.

Im August hatte die Beschäftigtenzahl zum ersten Mal seit rund elf Jahren zugelegt. Die Trendwende am Arbeitsmarkt hat nach Einschätzung des Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sogar schon im Frühjahr begonnen. Für das Gesamtjahr 2007 erwartet der Verband ein Beschäftigungsplus von einem Prozent, was 5000 neuen Stellen im Jahresschnitt entspricht. „Die Auftragsentwicklung ist nicht mehr so dynamisch wie Mitte 2006“, begründete HDB-Sprecher Heiko Stiepelmann. Große Auftragssprünge seien nicht zu erwarten. Das Baugewerbe hat seit dem Wiedervereinigungsboom eine schwere Strukturkrise durchgemacht und seit Mitte der 90er Jahre rund die Hälfte seiner ehemals 1,4 Mill. Arbeitsplätze verloren.

Vor allem für Bauingenieure hat sich die Arbeitssituation deutlich gebessert. Während im November 2005 noch rund 12 000 arbeitslos waren, seien es im November 2006 nur noch halb so viele gewesen, hieß es beim HDB. Auch die Zahl der Lehrlinge, die eine Ausbildung aufgenommen haben, sei gestiegen. In einigen Regionen seien Fachkräfte inzwischen rar, vor allem in Baden-Württemberg und Bayern.

Gelegentliche Engpässe lägen aber weniger an der guten Branchenkonjunktur. In der jüngsten Baukrise suchten viele Beschäftigte ihr Auskommen in anderen Branchen oder im Ausland. Diese Fachkräfte fehlten nun. Auch drängte weniger Personal aus Mittel- und Osteuropa auf den deutschen Markt. „Wenn wir unsere Anstrengungen in der Berufsausbildung nicht verbessern, wird es um 2010 rum einen Fachkräftemangel geben“, sagte Stiepelmann.

Konjunkturtreiber war im November der Wirtschaftsbau. „Dies wird auch bis weit in das laufende Jahr hinein so bleiben“, sagte Stiepelmann. Im November fuhr der Wirtschaftsbau dem HDB zufolge ein nominales Auftragsplus von 6,9 Prozent ein.

Betriebe ab 20 Mitarbeitern verzeichneten im November insgesamt ein Auftragsplus von 0,1 Prozent zum Vorjahr. Während die Baunachfrage im Hochbau um zwei Prozent schrumpfte, nahm sie im Tiefbau um 2,5 Prozent zu. Von Januar bis November stiegen die Aufträge um 3,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz war dabei mit 72,6 Mrd. Euro um 7,2 Prozent höher.

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