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18.02.2014

13:07 Uhr

Triebwerksbauer

Ersatzteilgeschäft von MTU hängt hinterher

Weil MTU viele neue Turbinen an Airbus oder Boeing verkauft, verdient der Konzern weniger bei der Wartung. Die langfristige Prognose ist nicht zu halten. Die Rendite des Triebwerksbauers könnte weiter sinken.

Techniker arbeiten an einem Triebwerk im MTU-Werk in Hannover: Die Einnahmen sollen weiter steigen, der Gewinn aber stagniert. dpa

Techniker arbeiten an einem Triebwerk im MTU-Werk in Hannover: Die Einnahmen sollen weiter steigen, der Gewinn aber stagniert.

MünchenDer Turbinenhersteller MTU Aero Engines wird immer mehr zum Opfer seines eigenen Markterfolgs. Der neue Vorstandschef Reiner Winkler kippte am Dienstag die langfristige Prognose seines Vorgängers, da die Margen seines Hauses wegen des starken Neugeschäfts mit Flugzeugantrieben unter Druck geraten. MTU verdient an Neuaggregaten für Airbus - oder Boeing-Jets bei hohen Anlaufkosten traditionell deutlich weniger als am Jahre später folgenden Wartungs- und Ersatzteilgeschäft. Dadurch war bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr die Rendite um einen Punkt auf gut ein Zehntel geschrumpft.

Acht bis zehn Jahre dauere es, bis sich ein neues Triebwerksprogramm für die Hersteller rechne, sagte Vorstand Michael Schreyögg. Winkler, der zum Jahreswechsel Egon Behle an der Firmenspitze ablöste, rechnet damit, dass der Gewinn erst in einigen Jahren dem fortgesetzten Umsatzschub folgen wird. „Gegen Ende dürfte sich der Trend wieder umkehren“, sagte er. Dann profitiere der Konzern vom Ersatzteilgeschäft, wenn die Antriebe von den Airbus - und Boeing -Maschinen instandgesetzt werden müssen. Das militärische Wartungsgeschäft entwickle sich einstweilen stabil, sagte Schreyögg voraus.

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Nach Auftragsrückgängen im Dezember liegen die Maschinenbauer auch im Gesamtjahr unter den Vorjahreswerten. Firmen halten sich mit Bestellungen zurück. Der Jahresbeginn lässt nun aber auf anziehende Geschäfte hoffen.

Im vergangenen Jahr hatte der Umsatz der Münchner auf das Rekordniveau von gut 3,57 Milliarden Euro zugelegt, die Gewinne stagnierten allerdings. Für 2014 sieht Winkler ein weiteres Umsatzplus auf gut 3,7 Milliarden Euro voraus, am Gewinn von gut 232 Millionen Euro werde sich hingegen praktisch nichts ändern. Die Einsparmöglichkeiten seien angesichts der Produktionsausweitung begrenzt. MTU versuche so viel wie möglich zu automatisieren oder an seinen Standorten in Osteuropa fertigen zu lassen.

Das Ziel, bis 2020 einen Umsatz von sechs Milliarden Euro bei einer operativen Rendite von mindestens zwölf Prozent zu erreichen, erklärte Winkler für obsolet. „Wir wollen deutlich über dem allgemeinen Markt wachsen, aber wir wollen keine spezifische Zielgröße mehr für den Umsatz nennen“, sagte der Manager, der die Ämter des Vorstandschefs und des Finanzvorstands seit Jahresbeginn in einer Person ausfüllt. Im ersten Halbjahr werde MTU eine überarbeitete Prognose vorlegen. Er gab zu bedenken, dass das Unternehmen seine Auslieferungen bis Ende des Jahrzehnts verdoppeln werde.

Einen konkreten Vorschlag zur Dividende blieb der frühere Finanzvorstand den Investoren zunächst schuldig. Erst Mitte März beratschlage der Aufsichtsrat darüber. Es sei allerdings nicht davon auszugehen, dass weniger als die zuletzt gezahlten 1,35 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet werde.

Von

rtr

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