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27.06.2013

10:32 Uhr

Triebwerksbauer

Rolls-Royce wird nach A380-Notlandung gerügt

Rolls Royce wurden nach dem Zwischenfall bei einem Airbus A380 schwere Versäumnisse beim Qualitätsmanagement vorgeworfen. Das Unternehmen habe einen Triebwerksfehler nicht ausfindig gemacht, der zu der Explosion führte.

Die Explosion an Bord einer Qantas-Maschine im Jahr 2010: Der A380, der über vier Triebwerke verfügt, war damals auf dem Weg von Singapur nach Sydney. ap

Die Explosion an Bord einer Qantas-Maschine im Jahr 2010: Der A380, der über vier Triebwerke verfügt, war damals auf dem Weg von Singapur nach Sydney.

Singapur/Canberra.

Drei Jahre nach dem ersten Zwischenfall bei einem Airbus A380 hat die zuständige australische Aufsicht dem Triebwerk-Hersteller Rolls Royce schwere Versäumnisse beim Qualitätsmanagement vorgeworfen. Das Unternehmen habe es mehrfach verpasst, den Fehler in den Triebwerken auszumachen, der zu einer Explosion geführt habe, erklärte die Aufsicht für Verkehrssicherheit in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Abschlussbericht zu dem Vorfall.

Die Explosion hatte sich an Bord einer Qantas -Maschine mit mehr als 450 Menschen ereignet. Ein Unglück mit möglicherweise vielen Todesopfern konnte nach Auffassung der Aufsichtsbehörde nur durch das professionelle Verhalten und Können der Piloten verhindert werden. Die Maschine kam 150 Meter vor Ende der Landebahn zum Stehen - mit vier zerplatzten Reifen, auf 900 Grad aufgeheizte Bremsen und auslaufendem Kerosin. Nachdem Teile des explodierten Triebwerks das Flugzeug beschädigt hatten, war auch die Elektronik der Maschine erheblich beeinträchtigt.

Der A380, der über vier Triebwerke verfügt, war damals auf dem Weg von Singapur nach Sydney. Während des Fluges explodierte eines der Triebwerke und übersäte die Maschine mit Splittern. Teile der Maschine fielen über der indonesischen Insel Batam herab. Ein großes Stück der Turbine traf ein Haus. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden - weder am Boden noch an Bord.

Die Aufseher kamen nun zum Schluss, dass die Maschine mit sehr großer Wahrscheinlichkeit abgestürzt wäre, hätten die Piloten nicht derart außergewöhnlich versiert reagiert. Rolls Royce habe viele Gelegenheiten verpasst, die Fehler zu entdecken. "Diese Gelegenheiten wurden aus vielerlei Gründen versäumt", erklärten die Aufseher. Der Hauptgrund liege in den unklaren Abläufen bei Rolls Royce. Das Unternehmen erklärte, es stimme mit den Schlussfolgerungen der Behörde überein. "Das war ein ernster und seltener Vorfall, den wir sehr bedauern", ergänzte Technik-Direktor Colin Smith.

Nach dem Vorfall entdeckte Rolls-Royce, dass ein Großteil des fehlerhaften Teils nicht den besonderen Design-Anforderungen entspricht. Die Teile wurden in Großbritannien gefertigt. Der Behörde zufolge hätte Rolls-Royce dies aber während der Produktion und in der Phase danach entdecken müssen. Da dies aber nicht geschah, wurden die ungeeigneten Teile in Trent-900-Triebwerken verbaut. Das Problem kam erst durch den schweren Vorfall zu Tage. Seither muss Rolls Royce auf Anordnung der Aufsicht besondere Checks durchführen. Auch wurde das Qualitätsmanagement angepasst. Alle anderen fehlerhaften Teile bei A380-Maschinen wurden ausgetauscht oder die Triebwerke ausgemustert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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27.06.2013, 13:12 Uhr

Industriestandort Großbritannien.

Account gelöscht!

27.06.2013, 14:07 Uhr

gott sei dank gibt es beispiele der ingenieurkunst auch außerhalb deutschlands

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