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16.05.2013

19:43 Uhr

Triebwerksprobleme

Einige Boeing 777 sollen in die Werkstatt

Erst die Batterien im Dreamliner, jetzt Verteilergetriebe im Großraumjet 777: Erneut bittet Boeing Maschinen zur Reparatur. Schlimmstenfalls droht den Flugzeugen ein Triebwerksausfall – mit Pech über dem Atlantik.

Eine Boeing 777 bei einer Luftfahrt-Show nahe Paris: Einige Maschinen müssen in die Werkstatt. Reuters

Eine Boeing 777 bei einer Luftfahrt-Show nahe Paris: Einige Maschinen müssen in die Werkstatt.

New YorkNach zwei Triebwerksausfällen bei Boeings Großraumflieger 777 sollen einige der Jets überholt werden. Bestimmte Verteilergetriebe in Triebwerken des Herstellers General Electric machen Probleme. Erste Untersuchungen deuteten auf einen Materialfehler hin, erklärte GE am Donnerstag auf Nachfrage.

Zunächst sollen 26 der Maschinen repariert werden, bei denen sowohl im linken als auch im rechten Triebwerk die fehlerhaften Verteilergetriebe verbaut sind. Ein Totalausfall wäre besonders gefährlich, weil die 777 auch für lange Strecken über dem Meer zugelassen ist. Bei Flügen im Februar und in der vergangenen Woche war jeweils ein Triebwerk ausgefallen.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Die überwiegende Mehrheit der rund 1100 seit 1995 ausgelieferten Großraumjets kann aber problemlos weiterfliegen. Der Materialfehler wird nur bei 118 Verteilergetrieben vermutet, die zwischen September 2012 und März 2013 hergestellt wurden. Die Deutsche Lufthansa und Air Berlin fliegen die Konkurrenzmodelle Airbus A330 und A340.

Boeing hatte zuletzt mit feuergefährlichen Batterien in seinem Vorzeigejet 787 „Dreamliner“ zu kämpfen. Ein Flugverbot ist nach Umbauten inzwischen aber wieder aufgehoben worden.

Von

dpa

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