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20.04.2013

12:42 Uhr

Trotz Absatzhoch

VW kappt Produktion des US-Passat

Der Verkauf des Passat in den USA läuft nicht ganz so gut wie erhofft. Die Pipeline der Händler sei voll. Aus Sorge vor Überproduktion ziehen die Wolfsburger die Reißleine und entlassen 500 Leiharbeiter.

Für Aufmerksamkeit hatte das Werk in Chattanooga gesorgt, weil hier ein Betriebsrat nach deutschem Vorbild entstehen sollte. dpa

Für Aufmerksamkeit hatte das Werk in Chattanooga gesorgt, weil hier ein Betriebsrat nach deutschem Vorbild entstehen sollte.

ChattanoogaWeil die Geschäfte mit dem US-Passat nicht wie erwartet laufen, kappt Volkswagen die Produktion in seinem Werk in Chattanooga und setzt 500 Leiharbeiter vor die Tür. Ein Sprecher bestätigte am Samstag auf Nachfrage einen entsprechenden Bericht der örtlichen Zeitung „Chattanooga Times Free Press“. Werksleiter Frank Fischer hatte dem Blatt gesagt, man habe zu hohe Erwartungen gehabt. „Die Pipeline vom Werk zu den Händlern ist mehr als voll.“

Nach unbestätigten Zahlen der Branchenzeitung „Automotive News“ stehen die Autos durch die Überproduktion nun auf dem Hof. VW könne seine Händler rechnerisch 97 Tage lang mit diesen Wagen versorgen. Der US-Schnitt liege bei 60 Tagen.

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Im Vergleich mit den anderen Herstellern scheinen die Wolfsburger unverwundbar.

Statt in drei Schichten soll vom 13. Mai an nur noch in zwei gearbeitet werden. Festangestellte Mitarbeiter seien aber nicht betroffen. 2012 hatte Volkswagen mit gut 117.000 verkauften Passats in den USA den Absatz von 2011 zwar locker verfünffacht. Das 2011 eröffnete Werk in Chattanooga lief laut „Automotive News“ zuletzt aber mit einer Kapazität von bis zu 170.000 Autos.

Zum Jahresbeginn 2013 war der VW-Absatz in den USA zudem nur noch langsam gestiegen. Nach einem Plus von rund 35 Prozent im kompletten Jahr 2012, legten die Auslieferungen zwischen Januar und März nur noch um gut drei Prozent zu. Die Passat-Verkäufe lagen mit rund 25.900 Stück knapp sechs Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Größte Autohersteller in den USA

Platz 10

BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

Platz 9

Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

Platz 7

Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

Platz 4

Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

Platz 3

Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

Platz 2

Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 1

General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Von

dpa

Kommentare (3)

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755

20.04.2013, 11:45 Uhr

Wo kann ich in Deutschland den US-Passat zum US-Preis kaufen? Will VW mein Geld nicht haben?

Account gelöscht!

20.04.2013, 12:25 Uhr

als 2,5L SEL Premium mit 170 PS, umgerechnet zum Preis von rund 27.000,- EURO (19% MwSt bereits enthalten).
Bleibt leider eine Illusion, u.a. auch wegen der EU-Abgasnormen.

Hans

20.04.2013, 17:22 Uhr

Die großen Absatzsteigerungen von VW in den USA stehen jetzt alle bei den Händlern, und finden keine Kunden. So werden die Absatzsteigerungen von Gestern, die Absatzeinbrüche von heute. Dürfte nicht die einzige Region, wo VW so gewirtschaftet hat. Für Winterkorn wird der Bonus für 2013 wohl ausfallen müssen.

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