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04.11.2013

14:39 Uhr

Trotz Absatzrekord

Hohe Investitionen belasten Audi

Mehr verkauft, weniger gewonnen: Die erfolgsverwöhnte VW-Tochter Audi spürt in der zweiten Jahreshälfte aufgrund von höheren Investitionen und Wechselkursverlusten Gegenwind. Umsatz und Gewinn des Autobauers geben nach.

Ein Audi-Kühlergrill auf einer Messe: Mehr Autos verkauft, weniger Geld verdient. Reuters

Ein Audi-Kühlergrill auf einer Messe: Mehr Autos verkauft, weniger Geld verdient.

IngolstadtAudi hat im dritten Quartal wieder mehr Autos verkauft – aber deutlich weniger Geld damit verdient. Neben hohen Ausgaben für neue Fabriken und Produkte machte der Volkswagen-Tochter weiter auch das schwierige Geschäft in etlichen Krisenstaaten Europas zu schaffen. Dazu kommt: Gerade die neuen A3-Modelle verkauften sich gut, sind aber deutlich günstiger als die großen Geländewagen oder Limousinen, mit denen die Oberklassehersteller am meisten verdienen. Auch Wechselkurseffekte belasteten die Bilanz der Marke.

Unter dem Strich sank der Gewinn in den Monaten Juli bis September um gut 18 Prozent auf 954 Millionen Euro, wie Audi am Montag in Ingolstadt mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um gut 7 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Auch die für den Vergleich mit Wettbewerben wie BMW oder Mercedes-Benz wichtige Umsatzrendite ging zurück und lag im dritten Quartal bei 9,4 Prozent, dem bisher niedrigsten Wert in diesem Jahr. Der Großteil der Zahlen war seit der Vorlage der VW-Quartalszahlen vergangene Woche bereits bekannt.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Am Dienstag legt Branchenprimus BMW die Zahlen für das dritte Quartal vor. Fachleute rechnen beim Erzrivalen von Audi mit einem soliden Quartal und einem steigendem Umsatz. Allerdings dürfte auch BMW nach wie vor die schwierige Lage in manchen europäischen Ländern und Wechselkurseffekte zu spüren bekommen haben, mutmaßen Fachleute. Daimler hatte im dritten Quartal erste Früchte seiner Sparprogramme ernten können und verbuchte einen Gewinnsprung. Die Schwaben wollen im Dreikampf mit BMW und Audi bis 2020 vorne liegen, fuhren zuletzt aber den beiden Konkurrenten in vielen Belangen hinterher.

Für die verbleibenden Monate des Jahres bleibt Audi zuversichtlich und bekräftigte die Jahresziele. Die Zahl der verkauften Autos wollen die Ingolstädter über die Marke von 1,5 Millionen Fahrzeugen steigern, in den ersten neun Monaten waren davon bereits gut 1,18 Millionen Autos verkauft. Der Umsatz soll am Ende des Jahres leicht über den Werten von 2012 liegen. Nach neun Monaten liegen die Erlöse bei knapp 37 Milliarden Euro und damit noch leicht unter Vorjahr. 2012 hatte der Umsatz 48,7 Milliarden Euro betragen.

Von

dpa

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