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20.11.2014

14:06 Uhr

Trotz Airbag-Rückruf

Takata bleibt Lieferant von BMW

BMW hält trotz Airbag-Rückruf an Zulieferer Takata fest und prüft noch die Folgen. Takata weitet indes seine Produktion in Deutschland aus. Im US-Senat gibt es eine Anhörung zu den Ursachen der Airbag-Explosionsgefahr.

Bei Airbags von Takata gibt es Sicherheitsbedenken. dpa

Bei Airbags von Takata gibt es Sicherheitsbedenken.

Detroit/StuttgartBMW hält trotz der Sicherheitsbedenken bei Airbags von Takata vorerst an dem japanischen Zulieferer fest. In einer Stellungnahme an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erklärte BMW, nicht nach einem Ersatzlieferanten für Takata zum Austausch der Airbags zu suchen. Es würde zwei Jahre dauern, bis Teile von einem anderen Hersteller eingesetzt werden könnten. „Das geht nicht auf die Schnelle“, sagte ein BMW-Sprecher am Donnerstag.

Takata-Großkunde Honda, mit dessen Wagen fünf Menschen wegen der defekten Airbags in den USA und Malaysia tödlich verunglückten, prüft dagegen ebenso wie Toyota und Ford schon jetzt einen Umstieg. Um den Bedarf neuer Airbags von BMW zu decken, habe Takata die Produktion in seinem Werk im sächsischen Freiberg ausgedehnt, erklärte ein Takata-Sprecher. Auch im Werk in Monclova/Mexiko, wo die mangelhaften Airbags herstammen, würden die Kapazitäten erhöht.

Die US-Behörde hatte in dieser Woche die ohnehin schon große Rückrufaktion über südliche Bundesstaaten hinaus auf die gesamten Vereinigten Staaten ausgeweitet. Von den regionalen Rückrufen waren in den USA 4,1 Millionen Fahrzeuge betroffen. Wieviele Autos jetzt in die Werkstättten gerufen werden, um die Airbags wegen Explosionsgefahr auszutauschen, ist noch nicht klar. Kern des Problems ist die Chemikalie im Gasgenerator, der die Luftkissen aufbläst. Die Explosion ist bei einem Aufprall so stark, dass heiße Metallteile umherfliegen können. In Europa sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes solche Vorfälle nicht bekannt.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

BMW ist der einzige deutsche Autobauer, der die entsprechenden Airbags eingebaut hat. Die Münchener riefen im Sommer 1,6 Millionen Fahrzeuge weltweit zurück wegen potenzieller Mängel an Airbags auf der Beifahrerseite, davon 450.000 in Deutschland. Betroffen sind verschiedene Modelle des 3er BMW der Baujahr 2000 bis 2006. Hinzu kamen 12.000 Rückrufe zum Airbag-Austausch auf der Fahrerseite in den USA. Zurzeit werde noch geprüft, wie umfangreich der Rückruf wegen der jüngsten Ausweitung in den USA wird, erklärte der BMW-Sprecher. „Wir haben keinen einzigen Vorfall, wir machen das alles aus Vorsichtsgründen“, sagte er. Der Austausch laufe. Den Kunden wird geraten, bis dahin niemanden auf der Beifahrerseite mitzunehmen. Zur Frage, ob BMW dauerhaft an Takata festhalte, wollte der Sprecher nichts sagen. Die Japaner, die weltweit ein Fünftel aller Airbags produzieren, sind nicht der einzige Lieferant von BMW.

In den USA hat der Skandal um die Airbags inzwischen die Hauptstadt Washington erreicht. Am Donnerstag müssen sich Vertreter von Takata, Honda und Chrysler den Fragen eines Senatsausschusses stellen.

Von

rtr

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