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05.05.2014

13:49 Uhr

Trotz Auftragsflaute

Maschinenbauer halten an Prognose fest

Warten auf den Aufschwung: Deutschlands Maschinenbauer setzen trotz Auftragsflaute weiter auf ein Rekordjahr. Doch das Umfeld bleibt schwierig. Politisch bereitet ihnen besonders die Ukraine-Krise Sorgen.

Für 2014 rechnen die Maschinenbauer weiter mit einem Produktionswachstum von drei Prozent. dpa

Für 2014 rechnen die Maschinenbauer weiter mit einem Produktionswachstum von drei Prozent.

MünchenDie deutschen Maschinenbauer halten trotz einer zuletzt enttäuschenden Auftragslage an ihrer Jahresprognose fest. „Wir setzen darauf, dass sich die Dynamik im weiteren Jahresverlauf verstärkt“, erklärte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Richard Clemens, am Montag zum Auftakt der Umwelttechnologiemesse IFAT (bis 9. Mai) in München. Für 2014 rechnet der VDMA daher weiter mit einem Produktionswachstum von drei Prozent.

Es könne aber nicht übersehen werden, dass das Umfeld mit einer verhaltenen Binnennachfrage und einem nachlassenden Wachstum in großen Schwellenländern schwierig sei, sagte Clemens. Erst vergangene Woche hatte der Verband über einen Auftragsrückgang um real sechs Prozent im März gegenüber dem Vorjahr berichtet. Politisch bereitet der Schlüsselindustrie derzeit vor allem die Ukraine-Krise Sorgen. Russland ist für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau der viertgrößte Exportmarkt.

Unverändert wichtig sei auch der chinesische Markt, erklärte Clemens. Gerade für Unternehmen der Umwelttechnik, die sich auf der IFAT präsentieren, sei China mit seinen großen Umweltproblemen von besonderer Bedeutung. „Die Luft ist schlecht, die Gewässer sind dreckig, große Teile der Böden sind kontaminiert“, sagte der VDMA-Geschäftsführer. Die Umweltverschmutzung fresse jedes Jahr auch einen großen Teil des chinesischen Wirtschaftswachstums auf.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Die chinesische Regierung habe das Problem erkannt und wolle gegensteuern. „Für unsere Unternehmen heißt das: Sie können mit mehr Wachstum im Reich der Mitte rechnen.“ Schon heute rangiere der chinesische Markt im Export bei den Unternehmen der Umwelttechnik ganz oben - von Wasser- und Abwassertechnik über Abfall- und Recyclingtechnik bis zur Lufttechnik.

Auf der weltweit größten Umwelttechnologiemesse IFAT zeigen bis 9. Mai mehr als 3.000 Ausseller neue Produkte und Lösungen der Branche. Die Veranstalter erwarten mehr als 125 000 Besucher.

Von

dpa

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