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06.10.2015

16:41 Uhr

Trotz China-Schwäche

Lanxess steigert Gewinn deutlich

Die deutsche Industrie steht seit Sommer vor allem wegen der Konjunktursorgen um China unter Druck. Lanxess trotzt den Sorgen und rechnet mit einem kräftigen Ergebnisplus. Anleger sind in ihrer Einschätzung moderater.

Vor allem in Nordamerika und Europa sei das Geschäft für den Kölner Konzern im dritten Quartal rund gelaufen. dpa

Lanxess bleibt auf Kurs

Vor allem in Nordamerika und Europa sei das Geschäft für den Kölner Konzern im dritten Quartal rund gelaufen.

FrankfurtDer Chemiekonzern Lanxess hat seinen Gewinn im dritten Quartal trotz der Konjunkturabkühlung in China deutlich gesteigert. „Das dritte Quartal ist gut gelaufen“, sagte Vorstandschef Matthias Zachert am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir gehen aufgrund der letzten Monate davon aus, dass wir im dritten Quartal ein Ergebnis einfahren werden, das rund zehn Prozent über dem Vorjahreswert liegen wird.“ Im dritten Quartal 2014 hatte Lanxess einen Gewinn vor Sondereinflüssen (Ebitda) von 210 Millionen Euro erwirtschaftet. „Wir haben im August angedeutet, dass wir gut unterwegs sind. Das möchten wir heute sehr deutlich bestätigen.“

Nach Ansicht Zacherts sind die Investoren am Aktienmarkt deutlich moderater in ihrer Einschätzung. „Doch unsere Jahres-Guidance passt grosso modo nach wie vor.“ Seit Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August haben die Lanxess-Aktien mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Der deutsche Aktienmarkt steht seit Sommer vor allem wegen der Konjunktursorgen um China unter Druck. „Lanxess zeigt, dass es auch Unternehmen gibt, die sich in einem schwierigen Umfeld ganz gut schlagen“, sagte Zachert.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Vor allem in Nordamerika und Europa sei das Geschäft für den Kölner Konzern im dritten Quartal rund gelaufen. Lanxess hat in diesem Jahr bereits zweimal seine Ergebnisprognose angehoben. Die Lanxess-Aktie ist seit September nicht mehr im Dax, dem Leitindex der Frankfurter Börse notiert.

Von

rtr

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