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10.09.2014

14:26 Uhr

Trotz Gabriel-Kritik

KMW hält an Nexter-Kooperation fest

Trotz Kritik von ganz oben: Die deutsche Waffenschmiede KMW wird ihre geplante Kooperation mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter vollziehen. Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Gabriel die Pläne verurteilt.

Kampfpanzer von KMW: Die deutsche Panzerschmiede will mit Necter kooperieren. dpa

Kampfpanzer von KMW: Die deutsche Panzerschmiede will mit Necter kooperieren.

BerlinDie deutsche Panzerschmiede KMW hält trotz Kritik von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel an den Plänen für einen Zusammenschluss mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter fest. Gabriel hatte den Hauptgesellschafter von KMW, Manfred Bode, in der Angelegenheit für Mittwoch zu einem Gespräch in sein Ministerium geladen. „Manfred Bode ist dem Wunsch des Wirtschaftsministers zu einem Gespräch selbstverständlich nachgekommen“, sagte ein KMW-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters dazu am Mittwoch. Zu Einzelheiten des Treffens wollte er sich nicht äußern, sagte aber: „Der Minister weiß, dass Nexter und KMW vereinbart haben, exklusiv miteinander zu verhandeln, und dass die Eigentümer von KMW geschlossen hinter dem europäischen Projekt stehen, diese beiden Unternehmen zusammenzuführen.“ Das Ministerium sei seit über einem Jahr über die Verhandlungen zwischen KMW und Nexter informiert. KMW baut unter anderem den Kampfpanzer Leopard.

Gabriel steht einem Zusammenschluss von KMW mit dem französischen Staatskonzern Nexter dagegen skeptisch gegenüber. Er halte zunächst eine deutsch-deutsche Fusion von KMW und Rheinmetall für sinnvoll, sagte der SPD-Politiker nach Angaben von Teilnehmern Mitte August bei einem Treffen mit den Betriebsratschefs der deutschen Rüstungskonzerne. So gestärkt könnten die Firmen dann in einen Zusammenschluss mit anderen europäischen Unternehmen wie Nexter gehen.

Frankreich zeigte sich am Dienstag unbeeindruckt vom Widerstand Gabriels gegen eine deutsch-französische Fusion. „Ich habe gewisse Äußerungen eines deutschen Ministers in der Sache gelesen, aber ich habe auch andere Aussagen von anderen zuständigen deutschen Politikern gehört“, sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian in Bordeaux. Er wolle sich jedoch nicht in eine Debatte einmischen, die ihn nicht direkt etwas angehe. Er selbst befürworte einen Zusammenschluss von Nexter und KMW.

Gabriel schlägt in der Rüstungsexportpolitik einen deutlich restriktiveren Kurs ein als seine Vorgänger. Vertreter von Rüstungskonzernen klagten in den vergangenen Monaten, in seinem Ministerium stapelten sich die Ausfuhranträge, von denen zu viele auf Eis lägen. Am Freitag hatte sich Gabriel in Berlin mit den Chefs der deutschen Rüstungskonzerne getroffen. Er kündigte dabei an, die Ausfuhrgenehmigungen für überwiegend zivil genutzte Produkte und Ersatzteile zu beschleunigen

Von

rtr

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