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30.03.2011

13:53 Uhr

Trotz Gewinneinbruch

Arzneimittelhersteller Stada plant weitere Zukäufe

Trotz des verlustreichen Serbien-Geschäfts rechnet der Arzneimittelproduzent Stada mit steigenden Gewinnen. Auch an den langfristigen Zielen hält das Unternehmen fest.  

Pharmakonzern Stada: Der Generikahersteller will wachsen. Quelle: dpa

Pharmakonzern Stada: Der Generikahersteller will wachsen.

Frankfurt/Bad VilbelDer hessische Arzneimittelhersteller Stada ist dank der Erholung seines Geschäfts in Serbien und starker Nachfrage in Russland mit viel Zuversicht in das neue Jahr gestartet. Das erste Quartal werde über dem des Jahres 2010 liegen, sagte Konzernchef Hartmut Retzlaff am Mittwoch bei Vorlage der Jahresbilanz. Im Gesamtjahr soll der operative Gewinn (Ebitda) um einen hohen einstelligen Prozentbetrag wachsen. „Damit würden wir 2011 beim bereinigten Ebitda erneut einen Spitzenwert in unserer Unternehmensgeschichte erreichen“ sagte Retzlaff.

Für 2010 hatte Stada 315,9 Millionen Euro verbucht. Das durch Präparate wie die Erkältungsarznei Grippostad sowie Marken wie Ladival-Sonnencreme bekannte Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Generika. In diesem Jahr will Stada zudem wieder mehr Zukäufe wagen.

„Die Akquisitionspolitik soll 2011 wieder forciert werden“, sagte Retzlaff. Dabei hat Stada sowohl das Generikageschäft als auch seine Markensparte im Blick. Regional lägen die Ziele vor allem in Osteuropa. Derzeit gebe es drei Akquisitionsprojekte. Eine Kapitalerhöhung sei für diese Zukäufe nicht notwendig, sagte Retzlaff.

Aber auch vor größeren Zukäufen würde das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt nicht zurückschrecken. „Wir wären auch am OTC-Geschäft von Merck interessiert“, sagte Retzlaff. Das sei aber derzeit nicht in Bearbeitung, da dafür eine Kapitalerhöhung erforderlich sei, fügte er hinzu. Zudem stehe das Geschäft mit rezeptfreien Produkten nicht zum Verkauf. Die Merck-Sparte Consumer Health Care setzte im vergangenen Jahr 472 Millionen Euro um.

Stada ist dabei, sich mit stärkerem Fokus auf Osteuropa und die Schwellenländer unabhängiger vom deutschen Markt zu machen.

Mittlerweile erwirtschaftet das Unternehmen 68 Prozent seiner Umsätze im Ausland. Nur noch rund 25 Prozent kommen aus dem Generika-Geschäft im Heimatmarkt, das sich aufgrund der Rabattverträge mit den Krankenkassen zuletzt schwächer entwickelte. Auf dem serbischen Markt - einer wichtigen Region für den Generikahersteller - werden sich Stada zufolge in diesem Jahr die Geschäfte erholen. „Serbien ist auf einem guten Weg“, sagte Retzlaff. Zuletzt hatte der Konzern mit Zahlungsschwierigkeiten der dortigen Großhändler zu kämpfen gehabt. Anhaltend stark werde die Entwicklung im nach Deutschland zweitwichtigsten Markt Russland sein.

Insgesamt geht Stada für 2011 und 2012 von weiterem Wachstum bei Konzernumsatz und Ertrag aus. Auch für die Jahre danach ist Konzernchef Retzlaff für Stada optimistisch. „Wir stehen vor einer Welle von Patentabläufen. Dazu kommt die steigende Nachfrage aus den Schwellenländern.“ Einen Zwang zu weiteren Zusammenschlüssen in der Branche nach der Übernahme von Ratiopharm durch den weltgrößten Generikahersteller Teva aus Israel kann Retzlaff nicht erkennen. „Wir können aus eigener Kraft wachsen,“ betonte er. An den langfristigen Zielen hält das Unternehmen fest.

Demnach soll der Umsatz im Jahr 2014 auf rund 2,15 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Ebitda soll rund 430 Millionen und der Konzerngewinn rund 215 Millionen Euro erreichen. Im vergangenen Jahr hatten Stada die Probleme in Serbien einen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Überschuss brach um fast ein Drittel auf 68,4 Millionen Euro ein. Insgesamt addierten sich die Einmalbelastungen 2010 auf rund 80 Millionen Euro.

 

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