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03.08.2012

21:10 Uhr

Trotz hoher Verluste

Kodak rechnet felsenfest mit Neustart

Der einstige Foto-Riese Kodak gibt sich nicht geschlagen. Das insolvente Unternehmen schaut trotz trüber Aussichten und heftigem Umsatzeinbruch optimistisch in die Zukunft und plant einen Neuanfang.

Der Hauptsitz von Eastman Kodak Co. in Rochester, USA. dapd

Der Hauptsitz von Eastman Kodak Co. in Rochester, USA.

RochesterDer insolvente Fotopionier Kodak sieht sich auf Kurs für den geplanten Neustart im kommenden Jahr. „Ich bin zufrieden mit unseren Fortschritten“, sagte Firmenchef Antonio Perez am Freitag bei der Vorlage der Zwischenbilanz fürs zweite Quartal. „Unsere operativen Zahlen haben sich gegenüber dem Vorjahr verbessert und wir liegen auch über Plan“

Absteiger Kodak

Filmriss droht

Niedergang, Pennystock, Insolvenzgerüchte: Kodak geht es so schlecht wie noch nie. Wie konnte es dazu kommen: 130 Jahre Unternehmensgeschichte im Zeitraffer.

Die Gründung

1881 gründet der Amerikaner George Eastman zusammen mit Henry Strong die Eastman Dry Plate Company, aus der elf Jahre später Eastman Kodak hervorgeht. Zunächst stellt das Unternehmen trockene Fotoplatten her.

Die erste Kamera

1888 kommt die erste Kodak-Kamera auf den Markt. Dank der 1900 eingeführten „Kodak Brownie“ wird Fotografieren massentauglich, die Kamera zum Preis von einem US-Dollar ist für jeden Hobbyfotografen erschwinglich.

Der Farbfilm

1935 bringt Kodak den ersten für Hobbyfotografen geeigneten Farbfilm auf den Markt.

Die Digitalkamera

1975 entwickelt der Ingenieur Steven Sasson die erste Digitalkamera für Kodak.

Kampf gegen Polaroid

1986 verliert Kodak einen Rechtsstreit um die Sofortbildkamera gegen Konkurrent Polaroid. Das führt neben einer Strafe in Milliardenhöhe zu einem bedeutenden Imageverlust und gilt als Wendepunkt in der Geschichte des Foto-Riesen.

Rekordzahlen

1991 erzielt das Unternehmen einen Rekordumsatz von 19,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig bringt Kodak mit der „DC-100“ die erste Digitalkamera in den Handel. Massentauglich ist sie nicht – das Modell kostet 25 000 Mark.

Konzentration auf digitalen Markt

2004 stellt Kodak den Verkauf von Kleinbildkameras ein, um sich ganz auf den digitalen Markt zu konzentrieren.

Die Krise

2011 schreibt Kodak das vierte Jahr in Folge rote Zahlen.

Wenn man allerdings alle Belastungen aus der Insolvenz und dem laufenden Umbau hineinrechnet, sieht es trübe aus: Unterm Strich hat sich der Verlust auf 299 Millionen Dollar beinahe verdoppelt. Der Umsatz brach um 27 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Dollar ein. Kodak hatte in seiner Not die Produktion von Kameras und Diafilmen eingestellt und die Online-Plattform „Kodak Gallery“ verkauft.

Foto-Unternehmen: Kodak stellt Insolvenzantrag

Foto-Unternehmen

Kodak stellt Insolvenzantrag

Nun ist es amtlich: Kodak ist pleite. Der traditionsreiche Fotokonzern hat Insolvenz angemeldet. Die analoge Fotografie hat Kodak noch entscheidend geprägt, verlor im digitalen Zeitalter dann aber den Anschluss.

Bei Kodak war Ende des 19. Jahrhunderts der Fotofilm erfunden worden. Das Unternehmen machte mit günstigen Kameras das Fotografieren anschließend zu einem Massenmarkt und strich satte Gewinne ein, bis der Vormarsch der Digitalbilder sein Geschäftsmodell durchkreuzte. Kodak versucht seit geraumer Zeit, sich als Druckerspezialist neu zu erfinden - mit durchwachsenem Erfolg.

Im Jahr 2013 will Kodak wieder schwarze Zahlen schreiben. Bis dahin muss Kodak aus seiner Kasse leben, die mit 1,3 Milliarden Dollar gefüllt ist. Eine der großen Hoffnungen liegt im Verkauf des reichhaltigen Patent-Arsenals zur digitalen Fotografie, die Kodak in ihrer Anfangszeit ebenfalls mitgeprägt hatte. Apple und Google sollen sich schon für einen Bieterwettstreit rüsten. Die zwei Kontrahenten bekriegen sich bei Smartphones, wo Bilder eine große Rolle spielen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Strange

04.08.2012, 07:20 Uhr

Es wäre zu wünschen, daß Kodak überlebt. Schade dass Agfa-Gaevert es nicht geschafft hat.

Account gelöscht!

04.08.2012, 08:17 Uhr

Kodak wird untergehen, so wie viele viele andere auch.
Die Menschen schlafen und die Politikervasallen richten alles zugrunde....

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