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26.01.2012

13:32 Uhr

Trotz Konjunkturflaute

Deutsche Elektroindustrie sieht sich auf Kurs

Das dynamische Geschäft mit den USA und China hält die exportorientierte deutsche Elektroindustrie trotz Konjunkturflaute auf Kurs. Insgesamt sieht sich die Branche weiter im Aufwind.

Ein Mechaniker an einem Montageautomaten. dpa

Ein Mechaniker an einem Montageautomaten.

FrankfurtDie schwächelnde Konjunktur in Europa bremst das Exportgeschäft der deutschen Elektroindustrie. Im November 2011 stagnierten die Ausfuhren mit 14 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Donnerstag in Frankfurt berichtete.

Dennoch gibt sich die Branche, die mehr als 75 Prozent ihres Geschäfts im Ausland macht, zuversichtlich. „Nach dem Rückgang im Oktober (um sechs Prozent zum Vorjahr) hat sich das Ausfuhrgeschäft der Branche damit zuletzt wieder stabilisiert“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

Allerdings hat der Verband seine Prognose für die Ausfuhren im Gesamtjahr 2011 inzwischen leicht nach unten korrigiert. Gontermann erwartet nun für die Industrie mit 844.000 Beschäftigten einen sechsprozentigen Anstieg der Exporte von 148 Milliarden Euro im Vorjahr auf den Rekordwert von 157 Milliarden Euro. Noch im Dezember 2011 hatte der ZVEI ein Plus von sieben Prozent auf 161 Milliarden Euro prognostiziert.

Gontermann begründete die Korrektur mit der abflauenden Dynamik im letzten Quartal 2011 und einer höheren Neubewertung der Exportwerte für 2010 durch das Statistische Bundesamt. Im laufenden Jahr werde der Schwung zwar etwas nachlassen. Nach einem kräftigen Produktionsplus von 14 Prozent im Vorjahr seien aber noch einmal fünf Prozent Wachstum zu erwarten, betonte Gontermann.

Der Export werde in ähnlicher Größenordnung steigen. „Die Exporterwartungen der Elektrofirmen sind im Januar 2012 zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Vier von fünf Unternehmen erwarten zunehmende oder stabile Ausfuhrgeschäfte im nächsten Vierteljahr“, sagte der ZVEI-Chefvolkswirt. Er führt das nachlassende Tempo auf den üblichen Konjunkturzyklus zurück.

Von Januar bis November 2011 wurden die Elektroexporte vor allem von dem starken Plus in China um 19 Prozent und in den USA um 18 Prozent zum Vorjahr getrieben. Damit haben die USA Frankreich (plus drei Prozent) als größten Abnehmer elektrotechnischer und elektronischer Produkte aus Deutschland abgelöst, China rangiert auf Platz 3. Im Reich der Mitte erwartet Gontermann für die deutsche Elektronikindustrie auch 2012 zweistellige Wachstumsraten.

Ende November beschäftigte die Branche, die 2011 rund 180 Milliarden Euro umsetzte, 844.000 Menschen und damit 28.000 mehr als Ende 2010. Seit dem Tiefpunkt im April 2010 wurden in der Schlüsselindustrie 44.000 Stellen geschaffen.

Von

dpa

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