Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.10.2014

13:38 Uhr

Trotz Konjunktursorgen

Maschinenbauer schaffen neue Stellen

Die deutschen Maschinenbauer haben erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder die Beschäftigungsmarke von einer Million Menschen geknackt. In Aussicht ist außerdem ein neuer Rekordumsatz – trotz Konjunktursorgen.

Hat gut lachen: VDMA-Präsident Reinhold Festge freut sich über einen Beschäftigungszuwachs bei den deutschen Maschinenbauern. dpa

Hat gut lachen: VDMA-Präsident Reinhold Festge freut sich über einen Beschäftigungszuwachs bei den deutschen Maschinenbauern.

Berlin/DüsseldorfTrotz eingetrübter Konjunkturaussichten sorgt der deutsche Machinenbau für mehr Beschäftigung. Erstmals seit 1993 arbeiten wieder über eine Million Menschen in der als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Branche, wie VDMA-Präsident Reinhold Festge am Dienstag auf dem Maschinenbaugipfel in Berlin sagte. Mit 1,008 Millionen im August seien das 18.000 mehr als im Vorjahresmonat. „Auf den ersten Blick mag dieser Aufbau nicht so recht zum erwarteten mageren Produktionsplus passen“, so Festge. Doch die Maschinenbauer glaubten an die mittelfristigen Wachstumschancen und träfen mit den Neueinstellungen auch Vorkehrungen gegen den Fachkräftemangel.

In diesem Jahr peilen die deutschen Maschinenbauer einen um vier Milliarden auf 210 Milliarden Euro steigenden Rekordumsatz an, erklärte Festge. Er bekräftigte zudem das im Juli von plus drei auf plus ein Prozent revidierte Produktionswachstum, räumte aber ein, dass die Produktion nach acht Monaten exakt auf Vorjahresniveau liege. Die Ukrainekrise und die Sanktionen gegen Russland haben den Maschinenbauern in den vergangenen Monaten zugesetzt. Das Exportvolumen sank bis Ende Juli um rund 500 Millionen auf 87,7 Milliarden Euro.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Für 2015 hofft Festge auf ein Produktionsplus von preisbereinigt zwei Prozent und setzt dabei auf die Zukunftsmärkte China, USA und Afrika. „Die USA werden wichtiger, China bleibt bedeutsam und Afrika bietet große Chancen“, so Festge. Die USA sei jetzt schon der zweitwichtigste Markt für die Maschinenbauer nach China und der wichtigste ausländische Investitionsstandort. „Aber es könnte noch weit besser laufen, wenn es zum Beispiel keine technischen und bürokratischen Hürden gäbe“, betonte Festge, der geschäftsführender Gesellschafter beim nordrhein-westfälischen Maschinenbauer Haver & Boecker ist.

Das geplante Freihandelsabkommen (TTIP) sei daher unabdingbar und verbessere die Exportchancen. „Wir können es uns schlicht nicht leisten, die USA zu enttäuschen, nur weil wir in Deutschland auf einer Chlorhühnchenchimäre reiten.“ Im Streit um das geplante Abkommen zwischen der EU und den USA wird unter anderem über die Einfuhr von mit Chlordioxid desinfiziertem Geflügelfleisch („Chlorhühnchen“) diskutiert.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

21.10.2014, 14:07 Uhr

Zusammengefasst: Keine Mehrproduktion dieses Jahr, weniger Exporte und Angst vor weiteren Boykotten gegen Rußland.

Wachstum nur im Export möglich, soweit im Ausland weiter in Produktion investiert wird, was vornehmlich Deutsche Unternehmen noch machen, die andererseits in Deutschland eher abbauen wegen der unzumutbaren sozialistischen Planwirtschaft.

Denn die gibt es auch in China - nur besser, weil unter weitaus mehr Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Wirtschaft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×