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30.01.2009

07:09 Uhr

Trotz Krise:

Stromverbrauch bleibt stabil

VonJürgen Flauger

Die deutsche Energiebranche sieht der Wirtschaftskrise gelassen entgegen. Trotz deutlich gedrosselter Industrieproduktion rechnen die Stromproduzenten nur mit einem geringen Rückgang des Verbrauchs. Viele Bereiche sind trotz gedrosselter Fertigung auf Strom angewiesen.

Der Rückgang der Produktion schlägt sich nicht im selben Maße auf den Stromverbrauch nieder. Foto: dpa Quelle: dpa

Der Rückgang der Produktion schlägt sich nicht im selben Maße auf den Stromverbrauch nieder. Foto: dpa

DÜSSELDORF. "Wir leben auf einer Insel der Seeligen", sagt RWE-Chef Jürgen Großmann. Natürlich sollte sich die Branche nicht allzu sicher fühlen. "Ein kalter Winter hat aber wesentlich mehr Einfluss als ein gedämpftes Wirtschaftswachstum."

Sein Unternehmen hat den möglichen Effekt der Wirtschaftskrise auf den Stromverbrauch eingehend analysiert. Fazit: Selbst ein deutlicher Rückgang der Industrieproduktion dürfte den Stromverbrauch nur marginal drücken, heißt es in einer Präsentation für Analysten.

Immer mehr Industrieunternehmen in Deutschland drosseln wegen der weltweiten Wirtschaftskrise ihre Produktion. Autokonzerne haben ihre Fertigung zum Teil über Wochen komplett stillgelegt. Große Konzerne aus energieintensiven Branchen wie BASF oder Thyssen-Krupp haben ebenso Kurzarbeit angeordnet wie zahlreiche Mittelständler - entsprechend weniger Strom benötigen die Unternehmen.

Gemessen am gesamten Strommarkt relativiert sich der Effekt allerdings. Etwa 53 Prozent des Stroms wird in Deutschland von Privathaushalten und dem Dienstleistungssektor verbraucht und reagiert kaum auf Konjunkturzyklen. Rund 43 Prozent entfallen auf die Industrie, der Rest auf Landwirtschaft und Transport. Und auch bei der Industrie schlägt sich der Rückgang der Produktion nicht im selben Maße im Stromverbrauch nieder. Viele Bereiche wie IT oder Beleuchtung werden selbst bei gedrosselter Fertigung weiter benötigt.

RWE rechnet 2009 im Extremfall mit einem Rückgang des Stromverbrauchs durch die energieintensive Industrie um elf auf gut 100 Terawattstunden. Der gesamte deutsche Stromverbrauch von zuletzt rund 540 Terawattstunden würde damit um rund zwei Prozent sinken.

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