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25.07.2013

11:34 Uhr

Trotz Kürzungen

Wie die US-Waffenhersteller der Krise trotzen

VonLukas Bay

Nachdem die USA ihr Rüstungsbudget zusammenstrichen, schien der Einbruch bei den US-Waffenherstellern programmiert. Doch die Branchenriesen können ihren Profit sogar steigern - weltweit stechen sie die Europäer aus.

F-35 Lightning II: Der Kampfjet treibt den Gewinn für Hersteller Lockheed-Martin. Reuters

F-35 Lightning II: Der Kampfjet treibt den Gewinn für Hersteller Lockheed-Martin.

DüsseldorfAls Ende 2012 die Haushaltsverhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern scheiterten, stellte man sich in Bethesda, Maryland, schon auf das Schlimmste ein. Am Stammsitz des weltweit größten Rüstungskonzerns der Welt, Lockheed-Martin, fürchtete man die Zwangskürzungen des US-Rüstungsbudgets. 500 Milliarden Euro will die US-Regierung innerhalb der nächsten zehn Jahre im Budget einsparen. Lockheed, so die Prognosen, würde zu den Leidtragenden dieses Sparkurses gehören.

Tatsächlich ist der Umsatz des Rüstungsriesen mit Kampfjets, Drohnen, Raketen und gepanzerten Fahrzeugen im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar geschrumpft. Doch die harten Einschnitte im US-Budget hat Lockheed offenbar gut verkraftet: Der Gewinn des Rüstungsriesen konnte um zehn Prozent auf 859 Millionen Dollar (653 Millionen Euro) zulegen. Vor allem das Geschäft mit Raketen, Sicherheitssystemen und dem neuen Kampfjet F-35 floriert. Nach den guten Zahlen hat Lockheed-Martin auch die Prognose angehoben.

Die US-Waffenindustrie, die jahrelang nur Wachstum kannte, hat sich offenbar mit der Krise arrangiert. Auch Boeing und Northrop Grumman konnten ihre Gewinne im Rüstungsgeschäft ausbauen. Und das, obwohl der internationale Wettbewerb der Waffenhersteller härter wird. Erstmals seit 1998 sind die weltweiten Rüstungsausgaben gefallen, meldete zuletzt das Institut für Friedensforschung Sipri in seinem Jahresbericht. Allein die Rüstungsausgaben der USA schrumpfen in einem Jahr um 5,6 Prozent. Die gute Nachricht für die Welt ist eine schlechte für die Rüstungshersteller.

Im russischen und chinesischen Rüstungsmarkt, die bis 2015 ein Drittel der gesamten Rüstungsausgaben auf sich vereinen sollen, dürfen die westlichen Hersteller meist gar nicht mitmischen. Die dortigen Regierungen kaufen meist bei nationalen Rüstungsunternehmen ein. In anderen Wachstumsregionen wie dem Mittleren Osten, Brasilien und Indien wird der Wettbewerb um Marktanteile mit harten (politischen) Bandagen geführt. Zusätzlich steigt der Kostendruck durch die sinkenden Rüstungsbudgets in den Heimatmärkten.

Die größten Waffenimporteure

Platz 10

Griechenland

Auch die umfangreichen Waffenimporte der Griechen haben die Schuldenkrise vorangetrieben. Mit neuen U-Booten von TKMS und Panzern von Krauss-Maffei Wegmann wurde die Armee aufgerüstet. Profitiert haben vor allem deutsche Rüstungskonzerne. 2010 gingen damit drei Prozent der weltweiten Rüstungsimporte auf das Konto der Griechen. 2011 wurden keine neuen Waffenimporte mehr vereinbart.

Platz 9

Vereinigte Arabische Emirate

36-Milliarden-Dollar-Deal mit den US-Rüstungskonzernen Boeing und Lockheed Martin katapultiert auch die Vereinigten Arabischen Emirate unter die größte Waffenimporteure der Welt. Vor allem F-15 Kampfjets sind in der Region gefragt.

Platz 8

USA

Auch der größte Waffenimporteur der Welt kauft auch bei ausländischen Waffenherstellern ein. Insgesamt machen die Waffenkäufe im Ausland drei Prozent des Marktes aus.

Platz 7

Algerien

Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika gilt als Freund deutscher Waffensysteme. Zuletzt orderte er 54 Fuchs-Radpanzer für 150 Millionen Euro. Im weltweiten Waffenhandel gehen vier Prozent auf die Rechnung des nordafrikanischen Staats.

Platz 6

Australien

Mit dem umfangreichsten Rüstungsprogramm in der Geschichte des Landes baut die Regierung derzeit die australische Armee um. Auf der Einkaufsliste: 100 Kampfflugzeuge, sechs U-Boote, acht Kriegsschiffe. Insgesamt 70 Milliarden US-Dollar sind dafür eingeplant.

Platz 5

Singapur

Der südostasiatische Stadtstaat baut vor allem seine Seeflotte massiv aus, um die für die heimische Wirtschaft so wichtigen Seewege zu sichern. Auch zur Abschreckung Chinas schnellen die Waffenimporte in die Höhe.

Platz 4

China

Mit massiven Aufrüstungsprogrammen ist kaum eine Armee schneller modernisiert worden als die chinesische. Zuletzt wurden die Investitionen zwar etwas gedrosselt. Doch immer noch gehen fünf Prozent der verkauften Waffen weltweit nach China.

Platz 3

Pakistan

Krisengebiete wohin man blickt. Im Westen muss das Land eine kaum beherrschbare Grenze zu Afghanistan sichern. Um gegen die Taliban vorrücken zu können, wurde massiv investiert. Zudem treibt der weiterhin schwelende Konflikt mit Indien die Waffenkäufe.

Platz 2

Südkorea

Die Drohungen des unberechenbaren Bruderstaats aus dem Norden sorgen für steigende Waffenverkäufe im Süden. Vor allem Streubomben und Raketen werden stark nachgefragt. Mit einem Anteil von sechs Prozent kommen die Südkoreaner damit auf den zweiten Platz.

Platz 1

Indien

Nirgendwo auf der Welt wird so viel in Rüstung investiert wie auch der indischen Halbinsel. Neben dem Konflikt mit Pakistan befürchten die Inder, durch die neue Stärke Chinas ihre Führungsrolle zu verlieren. 82 Prozent der importierten Waffen stammen von russischen Unternehmen. Insgesamt gehen zehn Prozent der weltweit verkauften Waffen nach Indien.

„Die Spielregeln in der Verteidigungsindustrie ändern sich derzeit extrem schnell“, erklärt Stefan Ohl, Experte für die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie bei AlixPartners. „Traditionelle Verkaufsstrategien geraten enorm unter Druck, und der Wettbewerb in den Exportmärkten – insbesondere im Bereich der Kampfflugzeuge – entwickelt sich zunehmend zu „Winner-takes-all“- beziehungsweise „Alles-oder-Nichts“-Geschäften“.

Kommentare (4)

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Prism1

25.07.2013, 11:55 Uhr

Klar stechen sie alle anderen aus - sie habe ja Prism mit dem sie die Konkurrenz ausspähen können und dann unterbieten....

Account gelöscht!

25.07.2013, 12:56 Uhr

@ Prism1

Die USA benötigen dazu gar kein Prism. Es reicht vollkommen dass unsere rot-grünen Gutmenschen so laut gegen die Geschäfte protestieren bis die potentiellen Kunden abspringen. Da diese Geschäfte immer mit jahrzehntelangem Service verbunden sind benötigt man zuverlässige Lieferanten.

www_mmnews_de

25.07.2013, 13:55 Uhr

Das wesentliche Ziel der modernen Kriegsführung besteht in dem Verbrauch [der Zerstörung] maschineller Erzeugnisse, ohne den allgemeinen Lebensstandard anzuheben!

Die "Maschine" ist die technische und industrielle Kapazität der Gesellschaft zur Produktion von Gütern.

Von dem Augenblick an, als die Maschine zum ersten Mal in Erscheinung trat, war es allen denkenden Menschen bewußt, daß die Notwendigkeit für menschliches Mühsal [Arbeit, Not], und damit wesentlich auch die Ungleichheit der Menschen, vergangen waren.

Wenn die Maschine absichtlich für diesen Zweck in Dienst gestellt [werden] würde, könnten Hunger, Überstunden, Schmutz, Analphabetentum und Krankheiten in wenigen Generationen überwunden sein!!

Doch es ist auch klar, daß ein allgemein wachsender Wohlstand den Fortbestand einer hierarchisch geordneten Gesellschaft "bedroht" und in gewisser Weise tatsächlich ihre Auflösung bedeutet.

In einer Welt, in der jeder nur wenige Stunden arbeitet, genug zu essen besitzt, in einem Haus mit Badezimmer und Kühlschrank wohnt, ein Auto oder sogar Flugzeug besitzt, dort wäre die auffälligste und vielleicht wichtigste Form der Ungleichheit [und Ungerechtigkeit] bereits vergangen.

Würde dieser Wohlstand erst einmal Allgemeingut, böte er keine Unterscheidung [keine Hierarchie] mehr, solch eine Gesellschaft bliebe nicht lange "stabil"!

Denn sobald alle gleichermaßen Muße und Sicherheit genossen, würde die große Masse der Menschen, die normalerweise durch Armut [u. Zwangsarbeit!] abgestumpft ist, sich ausbilden lassen und selbständig zu lernen [u. zu denken!] beginnen.

Und ist dies erst einmal eingetreten, würde ihnen früher oder später klar, daß die privilegierte Minderheit [die Herrschende Klasse der internationalen Hochfinanz] keine Funktion [und keine Rechtfertigung ihrer Existenz!] besitzt, und man würde sie hinwegfegen.

Auf lange Sicht ist daher eine hierarchisch gegliederte Gesellschaft nur auf der Basis der Armut und Unbildung denkbar!

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