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14.03.2012

15:11 Uhr

Trotz Milliarden-Verlust

Eon sieht sich schon wieder auf dem Weg nach oben

VonTobias Döring

Der Energiekonzern Eon macht den ersten Verlust seiner Geschichte. Für die nächsten Jahre verspricht Chef Teyssen bereits wieder Gewinne. Er sieht das Schlimmste hinter sich – und wähnt sich dem Rivalen RWE voraus.

Eon-Chef Johannes Teyssen erwartet für die nächsten Jahre ein besseres Ergebnis. dapd

Eon-Chef Johannes Teyssen erwartet für die nächsten Jahre ein besseres Ergebnis.

DüsseldorfEon übt sich nach Bekanntgabe der schlechtesten Zahlen seiner Geschichte in Optimismus. Nach einem Verlust von 2,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr rechnet Deutschlands größter Energiekonzern für 2012 wieder mit einem Überschuss. Der Konzern erwarte ein Ergebnis von 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro, sagte Finanzvorstand Marcus Schenck auf der Bilanzpressekonferenz.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll im laufenden Geschäftsjahr auf 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro steigen. 2011 lag es bei 9,3 Milliarden Euro. Für 2013 erwartet Eon eine weitere Steigerung auf bis zu 12,3 Milliarden Euro und einen Gewinn von 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.

Kommentar: Eon hat viel falsch gemacht

Kommentar

Eon hat viel falsch gemacht

Eon schreibt rote Zahlen. Solche Nachrichten waren bei Deutschlands größtem Versorger bisher undenkbar. Schuld daran ist aber bei weitem nicht nur die Politik mit der Atomwende. Eon muss sich ändern.

„Die Talsohle ist durchschritten“, überschrieb Eon entsprechend seine Pressemitteilung. Das kann als Seitenhieb auf den Konkurrenten RWE verstanden werden, der in der vergangenen Woche verkündete: „RWE wird Talsohle zügig durchschreiten“. Es zeugt aber zugleich auch von der Überzeugung der Verantwortlichen, das Schlimmste überstanden zu haben. Einmalige Belastungen mit Milliarden-Abschreibungen in Italien und Spanien, Restrukturierungskosten und vor allem der Ballast des Atomausstiegs hätten das Ergebnis 2011 ins Minus gezogen.

Jetzt geht es wieder aufwärts, lautet das Motto des Vorstands um den Vorsitzenden Johannes Teyssen. Der verkündete, dass die grundlegende Konsolidierung in allen Geschäftsfeldern auf einem guten Weg sei. Die Ergebnisse der drei Wachstumsgeschäfte – der Kraftwerkssparte in Russland, der erneuerbaren Energien mit Onshore in Nordamerika, Offshore in Europa und Wasserkraftwerken in Deutschland sowie das Gas-Upstream-Geschäft – erfreuten Teyssen sogar schon 2011.

Zudem konnte der Eon-Chef noch einen frischen Deal mit Statoil verkünden. Mit dem norwegischen Gaslieferanten einigte sich Eon am Dienstagabend auf niedrigere Preise. Das erhöht die Chancen, dass das verlustreiche Gashandelsgeschäft in Zukunft wieder profitabel werden könnte. 65 Prozent der Lieferverträge seien nach der Einigung mit Statoil inzwischen neu verhandelt, nur Gazprom stellt sich bisher stur. Für 2012 rechnet Finanzvorstand Schenck dennoch erneut mit einem dreistelligen Millionenverlust.

Kommentare (1)

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Hoffi

18.04.2012, 13:27 Uhr

Sehr geehrter Herr Stock,

insgesamt ist Ihre Berichterstattung stets aktuell, gut verständlich und umfassend. Der heutige Beitrag "E.ON sieht sich schon wieder auf dem Weg nach oben" bietet leider so richtig keine substantiellen neuen Erkenntnisse.

Nun bin ich auf die RWE HV morgen in Essen gespannt.

Auch Energieversorger sind Wirtschaftsunternehmen. Stellen Sie sich einmal vor, durch Regierungsbeschluss dürfen Sie kurzfristig Ihre gedruckten Informationen nicht mehr ausliefern, weil das Papier oder die benutzte Farbe plötzlich als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Würden Sie eine solche Entscheidung einfach hinnehmen, ohne den rechtlichen Rahmen auszuschöpfen?

Ansonsten zu Ihrer Berichterstattung: "weiter so"!

Mit den besten Grüßen

Ingrid Hoffmann


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