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29.07.2014

12:55 Uhr

Trotz negativen Auswirkungen

Maschinenbau befürwortet Russland-Sanktionen

Unvermeidbar, aber bitter: Die Maschinenbauer zeigen Verständnis für die Sanktionen gegen Russland. Diese seien notwendig – obwohl sie vermutlich negative Auswirkungen für die Branche bedeuten.

Die Maschinenbauer werden die Sanktionen gegen Russland möglicherweise zu spüren bekommen. dpa

Die Maschinenbauer werden die Sanktionen gegen Russland möglicherweise zu spüren bekommen.

DüsseldorfDie deutschen Maschinenbauer stellen sich trotz befürchteter Einbußen hinter Sanktionen gegen Russland. Diese seien unvermeidbar, aber bitter, erklärte der Branchenverband VDMA am Dienstag. „Das Primat der Politik steht außer Frage, die Notwendigkeit ein deutliches 'Stopp' zu zeigen, auch.“ Die Bundesregierung und die Europäische Union hätten sich sehr lange bemüht, harte und massive Sanktionen zu verhindern und Russland zu einer Verhandlungslösung zu bewegen. Trotz der nun härteren Gangart sollte eine neue Eiszeit zwischen Deutschland beziehungsweise Europa und Russland verhindert werden.

Es wurde erwartet, dass die Europäische Union noch am Dienstag wegen der Ukraine-Krise Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Maschinenbauer sind davon stark betroffen, denn Maschinen und Anlagen machen mit 24 Prozent einen Großteil der deutschen Exporte nach Russland aus. „Unabhängig von ihrer Unvermeidbarkeit werden die beschlossenen Sanktionen für viele Maschinenbauunternehmen in Deutschland bittere Konsequenzen haben“, erklärte der VDMA, der die Interessen von mehr als 3000 überwiegend mittelständischen Unternehmen mit rund einer Million Beschäftigten vertritt.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Der Verband sprach sich dafür aus, den betroffenen Unternehmen eine Abwicklung ihrer laufenden Aufträge zu ermöglichen. „Damit können die Folgen der Sanktionen - gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen - zumindest abgefedert werden.“ Russland ist mit einem Volumen von knapp acht Milliarden Euro der viertgrößte Exportmarkt für die Maschinenbauer. Zu den Hauptprodukten gehören Bau- und Baustoffmaschinen, die Land- und die Fördertechnik sowie Werkzeug- und Nahrungsmittelmaschinen. Allerdings zeigen sich bereits seit Monaten deutliche Bremsspuren bei den Exporten nach Russland. Diese gingen dem VDMA zufolge von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent zurück.

Von

rtr

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