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07.02.2013

09:29 Uhr

Trotz Solar-Krise

Umsatz von Wacker Chemie übertrumpft Erwartungen

Ein starkes Quartal, aber ein schwaches Jahr 2012. Auf Jahressicht ist der Gewinn beim Spezialchemiekonzern um zwei Drittel gesunken. Vorstandschef Rudolf Staudigl warnt vor einem Handelskrieg in der Solarbranche.

Schilder mit dem Firmenlogo des Chemiespezialiste Wacker Chemie. Der Konzern hat seine Jahreszahlen veröffentlicht. dapd

Schilder mit dem Firmenlogo des Chemiespezialiste Wacker Chemie. Der Konzern hat seine Jahreszahlen veröffentlicht.

MünchenDer Spezialchemiekonzern Wacker sehnt nach einem mageren Jahr die Wiederauferstehung der Solarbranche herbei. Im Schlussquartal 2012 stoppten die Münchner ihren Abwärtstrend. Dank einträglicher Geschäfte mit herkömmlichen Chemieprodukten seien der Preisverfall für hochreines Silizium und Vorprodukte für die Solar- und Halbleiterindustrie einigermaßen ausgeglichen worden. Der Umsatz habe mit 1,02 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums gelegen, das operative Ergebnis (Ebitda) mit 130 Millionen Euro den Vergleichswert um 17 Prozent übertroffen, teilte das auf Silizium- und Silikonchemie spezialisierte Unternehmen am Donnerstag mit. Der Betriebsgewinn fiel deutlich höher aus als von Analysten erwartet.

Im Gesamtjahr musste das Familienunternehmen dennoch einen kräftigen Dämpfer hinnehmen. Bei einem Umsatzrückgang von sechs Prozent auf 4,63 Milliarden Euro sackte der Gewinn um zwei Drittel auf 107 Millionen Euro ein. „In unserem Polysiliziumgeschäft haben Preisdruck, hohe Lagerbestände und die schwierige finanzielle Situation vieler Marktteilnehmer im Jahr 2012 deutliche Spuren hinterlassen“, erklärte Vorstandschef Rudolf Staudigl.

„In den vergangenen Wochen gab es ermutigende Signale, die auf einen verstärkten Ausbau der Photovoltaik hindeuten, speziell in China und den USA. Das könnte sowohl den Absatz als auch die Preise für Solarsilizium positiv beeinflussen.“ Er warnte vor einem Handelsstreit zwischen China und Japan in der Solarbranche.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Abschwung im Photovoltaikgeschäft schlug sich zuletzt allerdings weiter in den Auftragsbüchern nieder. Im Schlussquartal habe das Unternehmen 55 Millionen Euro aus Kundenanzahlungen und Schadenersatz für stornierte Bestellungen vereinnahmt. Auch die Chiphersteller blieben eine schwierige Kundschaft. Die Rahmenbedingungen für die Wafer-Tochter Siltronic hätten sich in den ersten Wochen des Jahres nicht verbessert, hieß es.

Im laufenden Jahr will Wacker seine einst prächtige Rendite durch weniger Investitionen stärken. Der kostspielige Ausbau der Produktion sei weitgehend beendet, erklärte Finanzchef Joachim Rauhut. Die Investitionen würden auf etwa 550 Millionen verglichen mit dem Vorjahr halbiert.

Von

rtr

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