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19.01.2011

09:08 Uhr

Trotz Tücken

Der chinesische Markt ist unverzichtbar

VonFinn Mayer-Kuckuk

Das Verhältnis zwischen ausländischen Investoren und der chinesischen Regierung ist kompliziert. Beide Seiten wissen um ihre Abhängigkeit vom jeweils anderen, beide Seiten sehen aber auch die enormen Chancen, die sich aus der Zusammenarbeit ergeben.

Unternehmen wie VW, die schon lange auf dem chinesischen Markt aktiv sind, profitieren von guten Geschäftsbeziehungen zu dem Land. Quelle: dpa

Unternehmen wie VW, die schon lange auf dem chinesischen Markt aktiv sind, profitieren von guten Geschäftsbeziehungen zu dem Land.

PEKING. Ausländische Firmen haben China in den vergangenen 30 Jahren wertvolle Technologie, Millionen von Arbeitsplätzen und eine internationale Einbindung gebracht. China hat im Gegenzug seinen riesigen Markt geöffnet. Gerade Unternehmen, die sich wie Volkswagen früh und mutig engagiert haben, konnten sich dauerhaft in dem Land etablieren und profitieren von im Prinzip guten Geschäftsbedingungen. Chinesische Firmen klagen sogar, dass ihre westlichen Konkurrenten mehr Unterstützung von der chinesischen Regierung bekommen als sie selbst.

Trotz des grundsätzlich fairen Gebens und Nehmens belasten jedoch immer wieder Spannungen das Verhältnis zwischen beiden Seiten. Gerade jetzt, wo China sich anschickt, auch im Bereich Hochtechnologie mit dem Westen zu konkurrieren, laufen die Interessen zuweilen deutlich auseinander.

Ohne Technologietransfer keine Aufträge

Peking fördert fast nur noch Projekte westlicher Investoren, die mit einem Techniktransfer einhergehen. Das bedeutet: Nur Firmen, die bereit, sind ihr technologisches Wissen mit den Chinesen zu teilen, bekommen von der Regierung Großaufträge. Mit dem Versuch, selbst High-Tech-Produkte zu produzieren, untergraben die Chinesen allerdings zunehmend die Geschäftsgrundlage der westlichen Industrie.

Oft steht die Offenlegung der Technik vor der Erlaubnis zum Investment. Beispiel Flugzeugbau: Im selben Jahr, in dem China einen eigenen Hersteller für Passagierflugzeuge gründete, musste sich der europäische Flugzeugbauer Airbus zum Aufbau einer Endfertigung mit einem chinesischen Partner bereiterklären - der einzigen außerhalb Europas.

Was in der Flugzeugbranche den Erfolg erst noch bringen soll, hat in der Eisenbahntechnik bereits funktioniert: China ist zum selbstständigen Anbieter von Hochgeschwindigkeitszügen aufgestiegen, nachdem sich einheimische Ingenieure Vorbilder wie den japanischen Shinkansen und den deutschen ICE im eigenen Land ansehen konnten.

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