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14.09.2012

14:04 Uhr

Trotz Westeuropa-Krise

VW-Konzern legt weiter zu

Im Kampf gegen die Absatzkrise in Westeuropa profitiert Volkswagen von seiner globalen Aufstellung. Während die Verkäufe in der Heimat weiter schwächeln, ziehen Asien, Amerika und Osteuropa den Konzern klar ins Plus.

Eine Produktionsstraße von Volkswagen im Stammwerk in Wolfsburg. dpa

Eine Produktionsstraße von Volkswagen im Stammwerk in Wolfsburg.

WolfsburgDie schwere Absatzkrise in Westeuropa kann den VW-Konzern wegen des weiterhin brummenden Geschäfts in anderen Teilen der Welt nicht stoppen. Bis Ende August lieferten die Pkw-Marken und leichten Nutzfahrzeuge des größten europäischen Autobauers in diesem Jahr insgesamt 5,91 Millionen Wagen aus. Dies entsprach einem Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zu den ersten acht Monaten 2011, teilten die Wolfsburger am Freitag mit. Die massive Kaufzurückhaltung in vielen süd- und westeuropäischen Ländern infolge der Schuldenkrise macht jedoch nach wie vor auch Volkswagen arg zu schaffen.

Zwar wies die VW-Gruppe für den Monat August einen Rekord von 719 500 Fahrzeugen (plus 18,9 Prozent) aus, erstmals wurden dabei Zahlen der neuen Tochter Porsche eingerechnet. „Die Situation bleibt aber uneinheitlich“, mahnte Vertriebsvorstand Christian Klingler. „Während Amerika, Osteuropa und Asien sich stabil entwickeln, beobachten wir das weiter angespannte Marktgeschehen in Westeuropa sehr intensiv.“

Ohne Betrachtung des Deutschland-Geschäfts und der Lastwagen von MAN und Scania fuhren die VW-Marken in den Krisenstaaten seit Beginn des Jahres ein Minus von 5,8 Prozent ein. Im deutschen Markt gelang aber eine Steigerung um 4,1 Prozent, in Mittel- und Osteuropa sogar um mehr als ein Viertel. Unterm Strich erreichten die Verkäufe in ganz Europa damit noch einen bescheidenen Zuwachs von 1,7 Prozent.

Anders in Ostasien: Dort schraubte Volkswagen nach zwei Dritteln des laufenden Jahres seinen Absatz in der Summe um 17,9 Prozent nach oben. Der wichtigste Automarkt China kam auf exakt denselben Wert. Noch besser schnitten Nordamerika mit knapp einem Viertel und der Teilmarkt USA mit einem Drittel mehr Auslieferungen ab. Für Südamerika meldete die Konzernzentrale ein Plus von 9,5 Prozent.

Die Oberklasse-Tochter Audi verbuchte erneut besonders starke Steigerungen. Die Ingolstädter konnten von Januar bis August im Vorjahresvergleich weltweit um 12,7 Prozent zulegen. Damit überholten die Bayern deutlich ihre größten Rivalen BMW (knapp 8 Prozent) und Mercedes (5,1 Prozent). Im Juli hatte Daimler nach fast drei Jahren anhaltenden Wachstums erstmals rückläufige Pkw-Verkäufe verzeichnet.

Bei Volkswagen hatten angesichts der Schwierigkeiten der Branche in Westeuropa zuletzt Spekulationen um mögliche Produktionskürzungen die Runde gemacht. Ihre Absatzplanung reduzierten die Wolfsburger - zum genauen Umfang gab es allerdings unterschiedliche Angaben. Davon unbeeindruckt verschärfte die Kernmarke VW-Pkw im August ihr Tempo: Bis zum Ende des Monats wuchs der globale Absatz um 11,5 Prozent.

Für ¦koda (+8,5) und Porsche (+15) lief es ebenfalls weiter rund. Dagegen bleibt der von der Südeuropa-Krise besonders hart getroffene spanische Ableger Seat (-11) das große Sorgenkind im VW-Konzern. Im Oktober sollen im Montagewerk im katalanischen Martorell an mehreren Tagen zwei Fertigungslinien stillgelegt werden. In Deutschland, Mexiko und Großbritannien wuchs der Absatz der Spanier aber kräftig.

Von

dpa

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