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30.12.2015

23:10 Uhr

Truck-Geschäft

Daimler rechnet 2016 mit Stolpersteinen in Brasilien

Die schwere Rezession in Brasilien wird auch 2016 das Truck-Geschäft von Daimler belasten. Im August hatte der Konzern bereits wegen schwacher Absatzzahlen Sparmaßnahmen angekündigt.

Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber sieht weiter schwierige Zeiten auf die Werke in Brasilien zukommen. dpa

Bodo Uebber

Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber sieht weiter schwierige Zeiten auf die Werke in Brasilien zukommen.

BerlinDaimler stellt sich für sein brasilianisches Nutzfahrzeug-Geschäft auf weitere Rückschläge ein. „Wir haben für das laufende Jahr einen Marktrückgang von 50 Prozent prognostiziert, der Markt könnte aber noch stärker schrumpfen", sagte Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber in einem Interview mit dem Anleger-Magazin „Börse Online“ laut Vorabbericht vom Mittwoch. „Momentan gehen wir davon aus, dass wir auch 2016 mit einer sehr schwierigen Marktlage rechnen müssen.“ Man könne derzeit „leider auch nicht ausschließen, dass es noch weiter runtergehen könnte“, sagte Uebber.

Uebber deutete weitere Sparmaßnahmen an. Daimler müsse sich „für Brasilien überlegen, wie wir diesen Rückgang auffangen, sowohl bei den Kapazitäten als auch bei der Wertschöpfungskette.“ Es sei „offensichtlich, dass wir zusätzliche Maßnahmen brauchen, um das Geschäft nachhaltig zu stabilisieren.“ Dazu müsse man „gemeinsam mit den Arbeitnehmer-Vertretern vor Ort“ nach weiteren Lösungen suchen.

Brasilien steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit einem Vierteljahrhundert. Die schwere Rezession trifft auch die Truck-Hersteller mit voller Wucht. Daimler hatte bereits Ende August Sparmaßnahmen angekündigt und die Arbeitszeit in seinem Lkw-Werk in Sao Bernardo do Campo bei Sao Paulo um 20 Prozent gekürzt. Da die Lohneinbußen zur Hälfte staatlich kompensiert werden, verzichtete der Konzern auf die zunächst geplante Streichung von 1500 Jobs.

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Zugleich wies Uebber neuerliche Gedankenspiele um eine mögliche Abspaltung oder einen Börsengangs des Nutzfahrzeug-Geschäfts zurück. „Trucks und Cars gehören für uns genauso untrennbar zusammen wie Mercedes und Benz“. Künftig werde es „noch viel mehr Synergien zwischen den beiden größten Geschäftsfeldern geben, sagte der Daimler-Manager unter Verweis auf Zukunftsthemen wie „autonomes Fahren, Digitalisierung, Elektrifizierung oder Konnektivität“.

Unterdessen dürfen sich Aktionäre für 2015 offenbar auf einen weiteren kräftigen Dividenden-Aufschlag freuen. Rein rechnerisch habe „der ausschüttungsfähige Überschuss nach neun Monaten bereits auf dem Niveau der Dividende für das vergangene Jahr gelegen, ergänzte Uebber. Er wolle den Beratungen des Aufsichtsrats und deren Vorschlag für die Hauptversammlung nicht vorgreifen. Es sei aber schon jetzt klar, dass es eine „sehr attraktive Dividende“ geben werde, sagte er und deutete zugleich die Stoßrichtung an. Analysten „gingen im Schnitt davon aus, dass eine Drei vor dem Komma stehen wird.“ Daimler hatte 2014 die Dividende um 8,9 Prozent auf 2,45 Euro je Aktie angehoben. Für 2015 erwarten Analysten im Schnitt eine Dividende von 3,30 je Aktie und damit einen deutlich stärkeren Anstieg als im Vorjahr.

Von

rtr

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