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30.09.2014

09:57 Uhr

Trüber Ausblick

Ford-Gewinnwarnung belastet Autoaktien

Ford überrascht mit einem trüben Geschäftsausblick. Eine Reihe von Rückrufen kommt den zweitgrößten US-Autobauer teuer zu stehen. Die Aktie knickt ein. Auch deutsche Autohersteller werden an der Börse abgestraft.

Der US-Autokonzern Ford musste mehrfach Autos zurück in die Werkstätten rufen – das trübt die Bilanz. AFP

Der US-Autokonzern Ford musste mehrfach Autos zurück in die Werkstätten rufen – das trübt die Bilanz.

DearbornEine Reihe von Rückrufen kommt Ford teuer zu stehen. Der zweitgrößte US-Autobauer erwartet in diesem Jahr einen geringeren Gewinn als zunächst angenommen. Der Konzern rechne nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern von sechs Milliarden Dollar, sagte Finanzchef Bob Shanks am Montag vor Investoren. Zuvor war das Unternehmen von sieben bis acht Milliarden Dollar ausgegangen.

Reparaturen für vor allem in Nordamerika zurückgerufene Fahrzeuge dürften mit Kosten von einer Milliarde Dollar zu Buche schlagen, fügte Shanks hinzu. Zudem prognostizierte Ford einen höheren Verlust für Südamerika. Auch das Russland-Geschäft bereite Ford Probleme. Hier erwarte der Autobauer einen Fehlbetrag von 300 Millionen Dollar und damit mehr als zunächst vorhergesagt. Für 2015 kalkuliert der in Dearborn ansässige Konzern mit einem Vorsteuergewinn von 8,5 bis 9,5 Milliarden Dollar.

An der Wall Street straften die Händler Ford ab. Die Aktie brach im späten Handel um 7,5 Prozent ein.

Die Aktien der deutschen Autobauer gerieten am Dienstag ebenfalls unter Druck. Am Dax -Ende büßten Volkswagen 1,6 Prozent an Wert ein, das war der tiefste Stand seit Mitte Juli vergangenen Jahres. Daimler und BMW lagen ähnlich tief im Minus. Die in Deutschland gelisteten Ford-Titel verbilligten sich um 8,5 Prozent.

Auch um die Autozulieferer machten Anleger einen Bogen: Continental, ElringKlinger und Leoni verloren zwischen 0,5 und 1,4 Prozent an Wert.

VW und Daimler haben schon ähnliche Kommentare wie Ford abgegeben, auch wenn es keine Gewinnwarnungen waren", sagte ein Börsianer. Die Berichtssaison für das dritte Quartal dürfte aber einige negative Überraschungen bringen." Ähnlich sah es ein anderer Börsianer: Die Gewinnwarnung von Ford war schon heftig, gerade auch die Aussagen zum europäischen Markt." Auch die Konjunktursorgen in China und der Bruch einer Chartlinie drückten auf die Autotitel.

Für 2020 rechnet Ford mit einem globalen Absatz von 9,4 Millionen Fahrzeugen. 2013 hatte der Autobauer weltweit 6,2 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. In den USA solle der Absatz bis 2020 auf 3,5 Millionen von 2,9 Millionen 2013 steigen. Bis 2016 wolle das Unternehmen die Zahl der Fahrzeugplattformen von 15 auf neun verringern, sagte Produktionsentwicklungschef Raj Nair.

Ford ging mit einem neuen Chef in die zweite Jahreshälfte. Der früher für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Mark Fields löste Konzernchef Alan Mulally zum 01. Juli ab.

Kommentare (1)

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Herr Hans Karpf

30.09.2014, 09:10 Uhr

Das mit Russland dürfte für alle Problematisch werden. Dort werden zumeist komplette Baugruppen aus dem Euroroaum hingeliefert, nur die Endmontage findet dort statt. Durch den Rubelverfall dürften sich daher für alle Ausländischen PKW Hersteller erhöht haben. Die Kaufkraft der Russend dürfte dagegen gesunken sein. Groß die Preise erhöhen ist nicht. Wenn GM in Russland 500 Leute entlässt, dürfte da noch mehr in der EU zu Disposition stehen.

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